Schiitische Huthi-Rebellen aus dem Jemen haben saudi-arabischen Behördenangaben zufolge sieben Raketen auf die Hauptstadt Riad und andere Städte des Landes abgefeuert. Alle Raketen wurden abgefangen, doch herabfallende Trümmer schlugen in ein Wohnhaus in Riad ein und töteten einen Ägypter, wie saudische Medien unter Berufung auf einen Zivilschutzvertreter meldeten. Zwei weitere Menschen wurden demnach verletzt.

Es ist das erste Mal seit Beginn der Militärintervention, dass so viele Raketen an einem Tag in Richtung Saudi-Arabien abgefeuert wurden. Der staatliche Nachrichtensender Al-Arabiya strahlte Bildmaterial aus, das Abfangraketen vom Typ Patriot beim Einsatz gegen eine der Raketen zeigt. Der von den Huthi-Aufständischen betriebene Sender Al-Massira meldete, die Raketen hätten Flughäfen in Riad und im Süden des Königreichs gegolten. Der Sprecher der von Riad angeführten Militärkoalition, Turki al-Malki, beschuldigte den Iran, die schiitischen Aufständischen mit den Raketen ausgerüstet zu haben.

Die Raketenangriffe fallen auf den dritten Jahrestag des Beginns des von Saudi-Arabien geführten Kriegs gegen die Huthi-Rebellen und deren Verbündeten, die Jemens Hauptstadt Sanaa kontrollieren. Im dortigen Bürgerkrieg stehen sich die Huthi und die Regierung gegenüber, die von einem sunnitischen Militärbündnis unter Führung Saudi-Arabiens unterstützt wird. Seit vergangenem Jahr feuerten die schiitischen Rebellen Dutzende Raketen in Richtung Saudi-Arabien ab, die nach Angaben Riads jedoch stets abgefangen wurden.

Jemen-Konflikt dehnt sich aus

Die Angriffe unterstreichen, wie sich der Jemen-Konflikt zunehmend über die Grenze ausdehnt. Die neuerlichen Angriffe könnten zu einer weiteren Verschärfung der Militärintervention unter Riads Kommando führen.

Im Jemen liefern sich die rivalisierenden Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien einen Stellvertreterkonflikt. Riad wirft Teheran vor, die Aufständischen im Jemen militärisch zu unterstützen und sie mit Waffen auszurüsten. Teheran weist dies entschieden zurück.

Die Huthi-Rebellen hatten den von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi gestürzt und im September 2014 die Hauptstadt Sanaa erobert. Seit der Intervention der von Riad angeführten Koalition im März 2015 wurden im Jemen etwa 10.000 Menschen getötet, Hunderttausende sind an Cholera erkrankt. Mit einer Massenkundgebung in Sanaa wollen die schiitischen Huthi am Montag an den Kriegsbeginn vor drei Jahren erinnern.