Einen Tag nach seiner Wiederwahl hat der russische Präsident Wladimir Putin eine Kürzung der Militärausgaben angekündigt. Russland werde in diesem und im kommenden Jahr seine Ausgaben in diesem Bereich kürzen, was aber nicht zu einer Einschränkung der Verteidigungskapazitäten des Landes führen werde. Er wolle keinen "Rüstungswettlauf", sagte Putin.

Der wiedergewählte Präsident zeigte sich zudem offen für einen Dialog mit dem Westen. Russland wolle konstruktive Gespräche mit internationalen Partnern, sagte Putin. Er werde alles tun, um Konflikte zu lösen. Dennoch werde Russland weiter seine nationalen Interessen verteidigen.

Anfang März hatte Putin in seiner Rede zur Lage der Nation einen Ausbau des russischen Waffenarsenals als Reaktion auf die jüngsten Spannungen mit den USA und der Nato angekündigt. Sein Land sei angesichts der Aufrüstung der USA gezwungen, zu handeln, sagte Putin damals. Die Stärkung des russischen Militärs solle den Weltfrieden sichern. Er sprach unter anderem von einer neuen atomgetriebenen Rakete, die jeden Punkt der Welt erreichen könne und gegen die Abwehrsysteme machtlos seien. Sie sei bereits getestet worden.

Putin war zuletzt für seinen Konfrontationskurs in den Konflikten in Syrien und in der Ukraine kritisiert worden. Zudem sorgte der Giftanschlag auf den Doppelagenten Sergej Skripal, für den Großbritannien Russland verantwortlich macht, für Spannungen zwischen Russland und dem Westen. Am Tag seiner Wiederwahl hatte Putin Russlands Verwicklung in den Fall zurückgewiesen – Russland habe das Nervengift nicht.

Bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag errang Putin nach offiziellen Angaben eine Mehrheit von 76,7 Prozent der Wählerstimmen. Seine Gegenkandidaten bekamen nur einen Bruchteil der Stimmen. Ein klarer Sieg des 65-Jährigen war erwartet worden, nicht zuletzt weil sein Hauptwidersacher Alexej Nawalny von der Wahl ausgeschlossen worden war. Die sieben zugelassenen Gegenkandidaten des Präsidenten galten von vornherein als chancenlos.