Das französische Haushaltsdefizit hat 2017 erstmals seit der Finanzkrise 2008 nicht gegen EU-Regeln verstoßen. Die Statistikbehörde Insee teilte mit, dass das Defizit im vergangenen Jahr 2,6 Prozent des französischen Bruttoinlandsprodukts betragen habe. Im Jahr davor seien es 3,4 Prozent gewesen.

Die Europäische Union gibt Mitgliedsländern vor, dass sie ihre Defizite unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts halten müssen. Dieses Ziel kann durch weniger Ausgaben oder mehr Einnahmen erreicht werden. Wenn das Bruttoinlandsprodukt stark wächst, sinkt der Anteil der Neuverschuldung daran automatisch. Die Defizitgrenze soll die Staaten der EU motivieren, in Zeiten mit starkem Wachstum zu sparen, um im Abschwung finanziellen Spielraum zu haben.

Macrons Strategie funktioniert

Frankreichs im vergangenen Mai gewählter Präsident Emmanuel Macron hatte die Einhaltung der Defizitgrenze zur Priorität gemacht und nach seinem Amtsantritt eine Reihe von Ausgabenkürzungen bekannt gegeben. Er möchte Glaubwürdigkeit in Brüssel und Paris zurückgewinnen, wo er um Unterstützung für seine Pläne zur EU-Reform wirbt. Die EU-Partner hatten Frankreich mehr Zeit gegeben, um seinen Haushalt besser aufzustellen.

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire freute sich im Radiosender France Info über die "gute Nachricht". Die Verbesserung zeige, dass die Strategie von Macron zur Reduzierung der staatlichen Ausgaben funktioniere, sagte er.