Der frühere Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, hat auf dem Parteitag des rechtspopulistischen Front National (FN) in Frankreich für eine weltweite rechte Bewegung geworben. "Die Geschichte ist auf unserer Seite und wird uns von Sieg zu Sieg führen", rief er Hunderten FN-Anhängern in Lille zu.

"Ihr seid Teil einer weltweiten Bewegung, die größer ist als Frankreich, größer als Italien, größer als Ungarn, größer als all das", sagte Bannon in seiner gut halbstündigen Rede weiter. Diese Bewegung richte sich gegen das "Establishment", die Banken und gegen die Presse, die von den Regierungen "wie ein Hund an der Leine" geführt werde.

Front-National-Chefin Marine Le Pen verfolgte Bannons frei gehaltene Rede in der ersten Reihe. An sie gerichtet sagte Bannon, Le Pen und der "geliebte US-Präsident" Trump trügen dazu bei, das Wohl der Bürger wieder in den Vordergrund zu stellen.

Der Front National hatte Bannon als Überraschungsgast zu seinem Parteitag eingeladen. Der 64-Jährige reist derzeit durch Europa und besucht mögliche Verbündete. In dieser Woche hatte sich auch die Chefin der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, mit Bannon getroffen. Zudem trat er bei einem Kongress in der Schweiz auf und beobachtete die Wahl in Italien, bei der Rechtspopulisten und Rechtsextreme gemeinsam mehr als 50 Prozent der Stimmen holten.

Der rechtsnationalistische Publizist Bannon war drei Monate vor der US-Präsidentschaftswahl 2016 von Trump zu seinem Wahlkampfleiter ernannt worden. Nach Trumps Amtsantritt wurde Bannon Chefstratege im Weißen Haus, wurde aber im August 2017 entlassen.

Daraufhin kehrte er auf seine Chefposition bei dem rechtsgerichteten Internetportal Breitbart News zurück, verlor den Job jedoch zu Jahresbeginn. Grund waren Bannon zugeschriebene Äußerungen in dem Enthüllungsbuch Fire and Fury (Feuer und Wut) des Journalisten Michael Wolff über Trumps Präsidentschaft.