In der belagerten syrischen Region Ostghuta wird weiter gekämpft. Wie das russische Militär mitteilte, ist der von Syrien und Russland eingerichtete Fluchtkorridor von Rebellen beschossen worden. Damit hinderten sie die Bewohner daran, Ostghuta über einen "humanitären Korridor" zu verlassen, teilte Generalmajor Wladimir Solotuchin mit. Auch der arabische Sender Al Ekhbariya berichtete, Rebellengruppen hätten Dutzende Zivilisten an der Flucht gehindert.

Die Aufständischen wiesen die Vorwürfe Russlands und des russischen Regimes zurück. Die Menschen hätten Angst vor dem Assad-Regime und harrten deshalb in dem Gebiet aus, teilten die Rebellen mit.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete zudem von einem Beschuss der Region durch die syrische Regierung vor dem Inkrafttreten der Waffenruhe um 9 Uhr. Dabei seien drei Menschen getötet worden. Das bestätigte auch der syrische Zivilschutz. Informationen aus Syrien können von unabhängiger Stelle nicht überprüft werden.

Es war der dritte und zunächst letzte Tag einer von Russland angeordneten "humanitären Pause" während der Kämpfe in Ostghuta. Dort sollte seit Dienstag täglich eine Waffenruhe von 9 bis 14 Uhr gelten, nachdem eine Resolution des UN-Sicherheitsrats für eine 30-tägige Feuerpause nicht eingehalten worden war.

Durch die anhaltenden Kämpfe haben bislang keine Zivilisten das Rebellengebiet verlassen können. Zudem sind keine humanitären Hilfsmittel nach Ostghuta geliefert worden.

Die Situation in Syrien

IHS Conflict Monitor, New York Times. Stand: 5. Februar 2018. Grafik: Matthias Holz/ZEIT ONLINE

UN-Vertreter halten eine fünf Stunden andauernde Feuerpause für völlig unzureichend. Der russische Plan sei zwar positiv, aber nicht genug, erklärte UN-Nothilfekoordinator Jan Egeland. Keiner der Helfer vor Ort glaube, dass innerhalb von fünf Stunden pro Tag Hilfslieferungen in das Rebellengebiet gebracht werden können. Auch Evakuierungen seien so nicht möglich.

In Syrien konzentrieren sich die Kämpfe derzeit auf die Kurdenregion Afrin und das von Rebellen kontrollierte Ostghuta bei Damaskus. Die Region erlebt seit einer Woche die schlimmsten Angriffe seit Beginn des Bürgerkriegs vor fast sieben Jahren. Etwa 400.000 Menschen sind in der Stadt eingeschlossen und von humanitärer Hilfe abgeschnitten. UN-Generalsekretär Guterres nannte Ostghuta die "Hölle auf Erden".