US-Präsident Donald Trump hat Außenminister Rex Tillerson entlassen. Die Umstände deuteten auf ein tiefes Zerwürfnis hin. "Wir hatten Meinungsunterschiede", sagte Trump. "Unsere Denkweise ist nicht wirklich die gleiche."

Im US-Außenministerium hieß es, die Entlassung sei gegen Tillersons Willen erfolgt. "Der Minister hatte die Absicht, wegen der greifbaren Fortschritte in wichtigen Fragen der nationalen Sicherheit im Amt zu bleiben", sagte der Außenstaatssekretär Steve Goldstein. Der Präsident und Tillerson hätten am Morgen nicht miteinander gesprochen und der scheidende Minister kenne nicht die Gründe für seine Ablösung.

In der Öffentlichkeit hatte Tillerson immer wieder Positionen vertreten, die sich von denen Trumps unterschieden – etwa was den Konflikt mit Nordkorea anging. Vergeblich opponierte Tillerson aber auch gegen den US-Ausstieg aus dem Pariser Klima-Abkommen. Als einen weiteren Streitpunkt benannte Trump das Atomabkommen mit dem Iran. "Ich finde es schrecklich, er fand es okay", sagte Trump. "Ich wollte es entweder platzen lassen oder irgendetwas tun, er hat das etwas anders gesehen."

Und auch in der Russland-Politik traten Differenzen deutlich zutage: Tillerson trat deutlich kritischer gegenüber der Regierung in Moskau auf als Trump. Am Montag schließlich schloss sich Tillerson der Schlussfolgerung der britischen Regierung an, wonach Russland für den Giftanschlag auf einen russischen Ex-Doppelagenten in Großbritannien verantwortlich ist. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus es noch abgelehnt, sich dieser Lesart anzuschließen. 

Aus Regierungskreisen in Washington verlautete, Tillersons Entlassung stehe in Zusammenhang mit Trumps Plänen für ein Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Vor dem Treffen im Mai wolle der Präsident seine Mannschaft neu aufstellen, hieß es. Tillerson hatte am Wochenende eine Auslandsreise nach Afrika um einen Tag verkürzt und war bereits am Montagabend nach Washington zurückgeflogen. Am Samstag hatte er Termine in Afrika aus Gesundheitsgründen abgesagt.

Nachfolger Tillsersons werde CIA-Direktor Mike Pompeo, twitterte Trump. Pompeo "wird einen fantastischen Job machen", schrieb er. Er lobte auch Tillerson für seine Zeit als Chefdiplomat der US-Regierung. "Danke an Rex Tillerson für seinen Dienst", schrieb er.

Erste Frau an der Spitze der CIA

Pompeo gilt als Hardliner gegenüber Nordkorea und dessen Atom- und Raketenprogramm. Zugleich spielte der 54-Jährige die mögliche Einmischung Russlands im US-Wahlkampf 2016 zugunsten Trumps herunter. Das internationale Atomabkommen mit dem Iran sieht Pompeo ebenso kritisch wie Trump, der es als den schlechtesten Vertrag bezeichnet hat, der je abgeschlossen wurde.

Als Nachfolgerin von Pompeo bei der CIA ernannte er dessen Stellvertreterin Gina Haspel, die laut Trump als erste Frau an der Spitze des US-Auslandsgeheimdienstes stehen wird. Über beide Personalien muss noch der Senat abstimmen.

Angespanntes Verhältnis zwischen Trump und Tillerson

Schon im vergangenen November hatte es Hinweise gegeben, dass der früherer Exxon-Manager als Außenminister von Tillerson durch Pompeo abgelöst werden könnte. Ein entsprechender Plan habe im Weißen Haus kursiert, berichteten US-Medien damals. Auch war immer wieder ein möglicher Rücktritt Tillersons im Gespräch. Der 65-Jährige dementierte dies aber stets.

Das Verhältnis von Trump und Tillserson galt schon lange als angespannt. Anfang November hatte Trump dem Sender Fox News gesagt, er wisse nicht, ob er Tillerson für die gesamte Amtszeit auf dem Posten belassen werde. Er sei nicht glücklich darüber, dass einige im Außenministerium seine Politik nicht unterstützten, beklagte sich Trump damals.