Die ukrainische Regierung will verhindern, dass in der Ukraine lebende Russen am Sonntag ihre Stimme für die Präsidentschaftswahl in Russland abgeben. Die Polizei solle ihnen den Zugang zu den russischen Konsulaten in Kiew, Charkiw, Odessa und Lwiw verwehren, kündigte Innenminister Arsen Awakow an. Nur Personen mit diplomatischem Status würden durchgelassen. Zugleich sollen die russische Botschaft und die Konsulate im ganzen Land vor erwarteten Demonstranten geschützt werden.

Damit reagiere die Ukraine auf das "illegale Abhalten" der russischen Wahl auf der annektierten Krim. Russland hatte die ukrainische Halbinsel vor vier Jahren besetzt und dem eigenen Staatsgebiet angegliedert. Die Bürger der Krim sollen nun erstmals an der russischen Präsidentschaftswahl teilnehmen dürfen. Die Ukraine hatte gefordert, die Wahl dort abzusagen.

Für die Ukraine und nach völkerrechtlichen Maßstäben ist die Krim nach wie vor Teil des ukrainischen Staatsgebiets. Die Wahl dort verstoße gegen die Gesetze seines Landes, betonte Innenminister Awakow. Er warf Russland vor, einen "Aggressionskrieg gegen die Ukraine" zu führen.

Die Wahlleitung in Moskau kritisierte die angekündigte Blockade. Das Außenministerium habe sich an die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa gewandt, um Druck auf die Führung in Kiew zu machen, hieß es.

Am 18. März sind rund 109 Millionen Russen zur Wahl aufgerufen, wie viele Auslandsrussen in der Ukraine abstimmen sollen, war zunächst nicht bekannt. Die Wiederwahl Wladimir Putins, der noch vor wenigen Tagen zu Wahlkampfauftritten auf die Krim gereist war, gilt als sicher.