Der Admiral und Militärarzt Ronny L. Jackson machte sich vor zwei Monaten beim US-Präsidenten beliebt, als er Donald Trump bescheinigte, er sei "fit und gesund". Künftig erwarten den Leibarzt neue Aufgaben. Trump teilte mit, Veteranenminister David Shulkin werde seinen Posten räumen und Jackson als Minister nachfolgen. Bei Jackson handele es sich um einen "hoch respektierten Admiral". Trump dankte Shulkin für seine Dienste für das Land und die Veteranen.

Über David Shulkins Ablösung war bereits spekuliert worden, nachdem immer neue Missstände im Veteranenministerium bekannt wurden. Eine interne Untersuchung war zu dem Ergebnis gekommen, dass er seine Frau auf Kosten des Steuerzahlers mit auf eine Reise nach Europa genommen hatte. Ihm wurde vorgeworfen, dass er 122.000 Dollar für die Reise ausgegeben habe, bei der die beiden unter anderem Schlösser und Tennisturniere besucht haben sollen. Shulkin war einer der wenigen Regierungsvertreter, die bereits unter Trumps Vorgänger Barack Obama gedient hatten.

Im Januar hatte Militärarzt Ronny Jackson dem 71-jährigen US-Präsidenten eine gute gesundheitliche und geistige Verfassung bescheinigt. Trump habe "außergewöhnliche Gene" und "viel Energie und Ausdauer", sagte Jackson nach der Untersuchung. Trump selbst hatte darum gebeten, seine geistige Verfassung zu untersuchen, um Zweifeln an seiner Eignung für das Präsidentenamt entgegenzutreten. Jackson hatte 2005 im Irak gedient. Ein Jahr später wurde er zum Arzt des Weißen Hauses ernannt. Vor Trump untersuchte er bereits George W. Bush und Barack Obama.

Das Veteranenministerium ist mit 360.000 Mitarbeitern nach dem Verteidigungsministerium die zweitgrößte US-Bundesbehörde. Trump hatte versprochen, die Arbeit des Ministeriums zu verbessern, das nach 15 Jahren ununterbrochener Kriegseinsätze der US-Armee mit der Betreuung von Millionen Veteranen überfordert ist. Wegen Geldmangels wurde das Netz der Armeekrankenhäuser ausgedünnt, zahlreiche Kriegsversehrte müssen daher für ihre Behandlung stundenlange Fahrten auf sich nehmen. Außerdem wird immer wieder die psychologische Betreuung von Veteranen kritisiert, von denen Hunderttausende insbesondere nach Einsätzen in Afghanistan und im Irak unter psychischen Problemen leiden. Bis zu Jacksons Bestätigung durch den US-Kongress soll übergangsweise der Pentagon-Vertreter Robert Wilkie den Ministerposten übernehmen.

Noch nie musste sich eine US-Regierung in so kurzer Zeit mit derart vielen Abgängen, Absetzungen und Wechseln beschäftigen wie unter Donald Trump. Erst vor einer Woche ersetzte der US-Präsident seinen Nationalen Sicherheitsberater McMaster durch den außenpolitischen Hardliner John Bolton. Vor zwei Wochen hatte Trump Außenminister Rex Tillerson entlassen, ihm soll der bisherige CIA-Chef Mike Pompeo nachfolgen.