In der Debatte um schärfere Waffengesetze in den USA hat der Exekutivdirektor der Waffenlobby NRA, Chris Cox, gesagt, US-Präsident Donald Trump wolle "keine Waffenkontrolle". Cox schrieb dies auf Twitter, nachdem er ein Treffen mit Trump hatte. Der US-Präsident wiederum twitterte von einem "großartigen" Treffen im Weißen Haus.

Cox schrieb weiter, Trump und Vizepräsident Mike Pence würden das in der US-Verfassung garantierte Recht auf Waffenbesitz unterstützen. Alle Seiten wollten jedoch "sicherere Schulen" und, dass Waffen nicht in die Hände "gefährlicher Leute" gelangten. Noch am Mittwoch war Trump mit einer überraschenden Kehrtwende auf Distanz zur NRA gegangen und hatte für eine deutliche Verschärfung des Waffenrechts plädiert.

Am 14. Februar hatte ein ehemaliger Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland 17 Menschen getötet. Seitdem wird in den USA wieder verstärkt über die Verschärfung von Waffengesetzen debattiert. Vor zwei Wochen forderte US-Präsident Trump bei einem Treffen mit Kongressmitgliedern, potenzielle Waffenkäufer umfassender zu überprüfen, psychisch Kranken den Waffenbesitz zu erschweren und das Mindestalter für den Erwerb von Gewehren auf 21 Jahre anzuheben.

Damit rückte Trump von den Positionen seiner eigenen Partei ab. Einen republikanischen Parteikollegen griff er sogar persönlich an: Senator Pat Toomey habe "Angst" vor der NRA, sagte der Präsident. Die Waffenlobby habe "große Macht" über die Kongressmitglieder, aber "sie haben weniger Macht über mich", sagte Trump.

Keine Mehrheit für schärfere Waffengesetze

Der US-Präsident pflegte bislang stets gute Beziehungen zur NRA und galt als Gegner einer Verschärfung des Waffenrechts. Seine Äußerungen bei dem Treffen mit Republikanern und Demokraten am Mittwoch waren eine große Überraschung. In den vorherigen Tagen hatte er noch Vorschläge zum Waffenrecht gemacht, die in großen Teilen mit den NRA-Positionen übereinstimmten. Dies gilt besonders für seine Forderung nach der Bewaffnung von Lehrern.

Der Präsident hat schon oftmals seine Positionen geändert. Ob er nach dem Treffen mit der NRA weiter auf Distanz zu der mächtigen Lobby bleibt, war deshalb unklar – zumal es derzeit nicht danach aussieht, dass eine Mehrheit der Republikaner im Kongress für schärfere Waffengesetze stimmen könnte.