Für die Republikaner im Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses ist die Sache klar: Sie sehen keine Hinweise auf Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam von Donald Trump und Russland während des US-Wahlkampfs 2016. Das halten sie in einem Entwurf für den Abschlussbericht des Gremiums in der Sache fest, den sie ohne Absprache mit den demokratischen Abgeordneten verfasst haben. Die Ermittlungen des Ausschusses hätten keine Belege für "geheime Absprachen, Abstimmungen oder Verschwörung zwischen der Trump-Kampagne und den Russen" gefunden, schreiben sie.

Zugleich wiesen sie den Vorwurf zurück, wonach Russland den US-Wahlkampf zugunsten von Trump beeinflusst habe. Das Gremium stimme lediglich der Tatsache zu, dass der russische Präsident Wladimir Putin den Präsidentschaftskandidaten Trump gegenüber seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton bevorzugt habe, heißt es in der einseitigen Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse vonseiten der Republikaner. Damit stellen sie sich gegen die US-Geheimdienste, die die versuchte Einflussnahme seit ihrem Untersuchungsbericht vom Januar 2017 als erwiesen ansehen.

US-Präsident Donald Trump reagierte prompt. Auf Twitter schrieb er in Großbuchstaben: "Der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses hat in einer 14 Monate langen Untersuchung keine Belege für geheime Absprachen oder eine Zusammenarbeit der Trump-Wahlkampagne und Russland zur Beeinflussung der Präsidentschaftswahl 2016 gefunden." In der Vergangenheit hatte Trump wiederholt den Vorwurf abgestritten, dass es Absprachen zwischen seinem Wahlkampfteam und der russischen Regierung gab.

"Wohl zu viele Spionagethriller gelesen"

Der mit dem Bericht betraute Republikaner Mike Conaway betonte, in der Ausschussuntersuchung seien zahlreiche Zeugen befragt worden. "Wir haben keine Belege für geheime Absprachen gefunden", sagte er und legte nahe, wer doch daran glaube, lese wohl zu viele Spionageromane. "Wir haben vielleicht ein paar schlechte Entscheidungen gefunden, unangemessene Treffen und unangebrachte Entscheidungen, die Treffen anzunehmen. Aber nur (Schriftsteller wie) Tom Clancy oder Vince Flynn könnten daraus ein spannendes Buch, einen Spionagethriller, stricken."

Konkret nahm Conaway etwa Bezug auf ein Treffen 2016, bei dem Wahlkampfmitarbeiter des heutigen US-Präsidenten mit Russen im Trump-Tower zusammengekommen waren. Dies sei unklug gewesen, sagte Conaway. Trotz eines Versprechens vor dem Treffen, die Wahlkampfmitarbeiter könnten Material über Trumps Rivalin Hillary Clinton bekommen, gebe es aber keine Hinweise darauf, dass das auch geschehen sei.

Die demokratischen Mitglieder des Geheimdienstausschusses konnten den Bericht erst jetzt einsehen. Der Demokrat Adam Schiff kritisierte, das Vorgehen sei auf Druck aus dem Weißen Haus erfolgt. Die Republikaner hätten seit einiger Zeit angedeutet, "unter großem Druck zu stehen, die Ermittlungen zu beenden". Dies sei ein "weiterer tragischer Meilenstein" für den Kongress und bedeute "eine weitere Kapitulation vor der Exekutive", sagte Schiff. Die Republikaner hätten sich geweigert, Telefonaufzeichnungen, Textnachrichten, Bankunterlagen und andere Dokumente zu überprüfen.

Die demokratischen Mitglieder des Ausschusses hatten mehr Zeit für die Ermittlungen gefordert. Zudem wollten sie weitere Zeugen befragen. Es wird erwartet, dass sie einen eigenen Bericht veröffentlichen werden.

Die Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahl und mutmaßliche Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam mit der russischen Regierung sind Gegenstand mehrerer Untersuchungen. Neben dem US-Kongress prüft auch der unabhängige FBI-Sonderermittler Robert Mueller die Vorwürfe. Anders als in den Ausschüssen geht es dabei um strafrechtliche Konsequenzen.

In einer früheren Version dieser Meldung wurden die Aussagen über die Ermittlungen dem Geheimdienstausschuss als Gremium zugeordnet. Es handelt sich jedoch um einen Bericht, hinter dem nur die dort vertretenen Republikaner stehen.