Der US-Präsident Donald Trump zeigt sich nach dem Schulmassaker von Parkland mit 17 Toten zu einer Verschärfung des Waffenrechts entschlossen. "Wir können nicht warten und Spielchen spielen, wir müssen etwas tun", sagte Trump bei einem überparteilichen Treffen mit Senatoren und Abgeordneten. Hintergrundüberprüfungen von Waffenkäufern und -käuferinnen sollten verbessert werden. Außerdem wolle er nicht, dass psychisch Kranke Waffen besitzen, sagte Trump. 

Ein Gesetzentwurf zum Waffenrecht solle aber nicht das Thema des verdeckten Tragens von Waffen enthalten, so Trump weiter. "Das kriegt ihr niemals durch."

Trump sprach sich zudem für das Heraufsetzen der Altersgrenze für das Kaufen von Sturmgewehren aus. Diese werden oft bei Angriffen auf Schulen verwendet. Auch in Parkland wurde ein Sturmgewehr im Stil einer AR-15 benutzt.

Dem US-Präsidenten zufolge wird weiter an einem Dekret gearbeitet, mit dem er Schnellfeuerkolben verbieten werde. "Wir können das", sagte Trump. Es ist aber rechtlich umstritten, ob er diese Aufsätze, die ein halbautomatisches Gewehr feuern lassen wie ein Maschinengewehr, ohne den Kongress verbieten kann.

Trump warnt vor Angst vor der NRA

Trump forderte außerdem ein großes, gemeinsames Gesetz beider Parteien. "Warum hat bisher niemand etwas getan?", fragte er bei dem überparteilichen Treffen. Bereits sein demokratischer Amtsvorgänger Barack Obama hatte das erfolglos versucht. "Ich möchte etwas, das wunderschön ist", sagte Trump. Es sei besser, ein Gesetz zu haben, als 15 oder sieben.

Man dürfe laut Trump keine Angst vor der Waffenlobby-Organisation NRA haben. "Sie haben die Macht über mich verloren – wofür sollte ich sie brauchen? –, aber sie haben Macht über euch. Manche von euch sind starr vor Angst. Das dürft ihr nicht sein", sagte er in die Runde. Dem heutigen Präsidenten waren im Wahlkampf Zuwendungen der NRA in Höhe von 30 Millionen Dollar zugutegekommen.

Trump wiederholte seinen Vorschlag, Lehrer mit Waffen auszustatten. "Wir sind entschlossen, unsere Trauer in Taten zu verwandeln", sagte er. "Wir müssen unsere Schulen abhärten." Müssten mögliche Angreifer nicht befürchten, dass "auch Kugeln aus der anderen Richtung kommen", werde sich nichts ändern.

Walmart erhöht das Mindestalter für den Waffenkauf

Das US-Unternehmen Walmart erhöhte derweil das Mindestalter für den Kauf von Schusswaffen und Munition auf 21 Jahre. "Im Licht der jüngsten Ereignisse haben wir die Gelegenheit ergriffen, unsere Regeln beim Verkauf von Schusswaffen zu überprüfen", teilte Walmart mit. Von jetzt an werde die Altersbegrenzung für den Kauf von Schusswaffen und Munition auf 21 Jahre erhöht. Die Waffengesetze in den USA sind je nach Bundesstaat anders geregelt. Jagdgewehre dürfen in einigen Staaten bereits von 18-Jährigen erworben werden.

Der Einzelhändler teilte zudem mit, auf seiner Website keine Waren mehr zu zeigen, die Sturmgewehren ähnlich sehen, darunter nichttödliche Airsoft-Waffen und Spielzeug. Sportschützen und Jäger sollten aber weiter auf verantwortungsvolle Weise bedient werden. Walmart teilte weiter mit, keine großen Magazine sowie bump stocks zu verkaufen – mit diesen Aufsätzen werden halbautomatische in vollautomatische Gewehre umfunktioniert.

Der Konzern folgt damit der Warenhauskette Dick's Sporting Goods, die zudem Sturmgewehre und ähnliche Waffen aus ihrem Sortiment nimmt.

Bei dem Massaker an der Marjory Stoneman Douglas High School von Parkland hatte ein 19 Jahre alter Ex-Schüler 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen.