Die US-Regierung hat Sanktionen gegen Russland verhängt. Ziel sind nach Angaben des Finanzministeriums fünf Organisationen und 19 Personen. Unter ihnen seien Mitarbeiter des russischen Militärs und des Inlandsgeheimdienstes GRU. Das Militär und die GRU-Mitarbeiter hätten versucht, Einfluss auf die Präsidentenwahl von 2016 zu nehmen, hieß es zur Begründung. Zudem seien sie "direkt verantwortlich" für den NotPetya-Hackerangriff, der im Juni 2017 Unternehmen in Europa traf.

Der Virus NotPetya hatte zunächst Rechner in der Ukraine befallen, ehe er sich auf Geschäftspartner ukrainischer Firmen im europäischen, amerikanischen und asiatischen Ausland ausweitete. Zu den Betroffenen gehörten unter anderem der Pharma-Riese Merck, die dänische Reederei A.P.Moller-Maersk und das Logistik-Unternehmen TNT.

Finanzminister Steve Mnuchin sprach von "russischen Cyberaktivitäten", darunter die "versuchte Einmischung in die US-Wahlen, schädliche Cyperattacken und Eindringen in kritische Infrastrukturen". 13 der Verdächtigen hat der mit dem Fall befasste Sonderermittler Robert Mueller bereits angeklagt.

Auf Anweisung gehandelt?

Russland kündigte eine Gegenreaktion an. "Wir reagieren mit Ruhe. Wir haben angefangen, Vergeltungsmaßnahmen vorzubereiten", sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Riabkow.

Trump hatte stets bestritten, dass Russland seinen Sieg begünstigt habe. Mit den Sanktionen kommt die Regierung einer Aufforderung des Kongresses nach, der in einem 2017 verabschiedeten Gesetz neue Russland-Sanktionen verlangt hatte. Trump hatte das Gesetz nur zögerlich abgezeichnet. Eine durch das Gesetz gesetzte Frist für die Sanktionen ließ er verstreichen.

Trumps ehemaliger Sicherheitsberater Michael Flynn hatte sich in der juristischen Aufarbeitung der Einmischungsvorwürfe in Falschaussagen verstrickt. Es ging um die Frage, inwieweit Trumps Wahlkampfteam selbst Kontakte nach Russland geknüpft hatte, um den Wahlkampf zu beeinflussen. Flynn hatte beteuert, lediglich Anweisungen befolgt haben, als er 2016 mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak sprach. Für eine Wahlbeeinflussung sehen die US-Geheimdienste jedoch viele Hinweise. Zudem fand Twitter zahlreiche aus Russland gesteuerte Accounts, die bei der US-Präsidentenwahl 2016 offenbar die öffentliche Meinung der Wähler manipulieren sollten.

Auch Großbritannien hatte Russland internationale Einmischung vorgeworfen. Die russische Regierung säe Zwietracht in der EU, verletze Lufträume und manipuliere Wahlen, hatte Regierungschefin Theresa May im November gesagt.