Der Attentäter von Las Vegas, der im Oktober von einem Hotel aus 58 Menschen tötete und 850 verletzte, hatte Bump stocks verwendet. So nennen sich Plastikaufsätze, mit denen eigentlich halbautomatische Waffen wie ein Maschinengewehr mit Dauerfeuer nutzbar sind. Die Technik zielt darauf ab, binnen kurzer Zeit möglichst viele Ziele zu treffen. Das US-Justizministerium will diese Schnellfeuerkolben für Gewehre jetzt verbieten. Der Attentäter in Las Vegas konnte auf diese Weise Hunderte Schüsse pro Minute abgeben.

US-Justizminister Jeff Sessions veröffentlichte einen Vorschlag für eine Direktive, mit der die Bump stocks illegal würden. Sessions sagte, die Maßnahme sei ein wichtiger Schritt, um Waffengewalt zu verringern. Er will dafür einen juristischen Umweg nehmen: Künftig sollen Bump stocks unter die Kategorie Maschinengewehre fallen, womit die Regierung in Washington und nicht die 50 Bundesstaaten zuständig wären.

Faktisch wären die Waffen dann verboten, Waffenbesitzer müssten ihre mit Bump stocks hochgerüsteten Schusswaffen unbenutzbar machen, vernichten oder abgeben. Binnen einer Frist von 90 Tagen dürfen Einwände gegen das Gesetz vorgebracht werden, was noch zu Änderungen führen könnte. Nach Ablauf dieser Frist tritt das Gesetz in Kraft.

Großdemonstration gegen Waffengewalt

Angesichts immer neuer Attentate auch an Schulen gibt es in den USA eine heftige Diskussion über das Waffenrecht. Bisher sind Verschärfungen am Widerstand im Kongress und der Waffenorganisation NRA gescheitert. Die NRA hatte erklärt, sie unterstütze strengere Regeln für Bump stocks, hat sich aber zu dem jetzt geplanten Verbot noch nicht geäußert. 

Mehr als einen Monat nach dem Anschlag an einer Schule in Florida haben überlebende Schüler für diesen Samstag eine Großdemonstration gegen Waffengewalt in Washington organisiert. Bei der Protestaktion mit dem Titel Marsch für unsere Leben werden Hunderttausende Teilnehmer erwartet.

Am 14. Februar hatte der 19-jährige Nikolas C. an der Marjory Stoneman Douglas High School in Florida 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Seitdem kam es landesweit immer wieder zu Protesten durch Schüler. Der Täter hatte keine Bump stocks verwendet, doch der Anschlag hatte die Debatte über eine deutliche Verschärfung der US-Waffengesetze stark angefacht. Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School warfen Trump in wütenden Reden vor, sich von der mächtigen Waffenlobby lenken zu lassen.

US-Präsident Donald Trump und sein Justizminister Jeff Sessions verteidigen im Grundsatz das Recht der Amerikaner auf das Tragen von Waffen. Trump hatte nach dem Attentat ein Verbot der Bump stocks angekündigt und war damit auf wenig Widerstand gestoßen. Weitreichende Verschärfungen des Waffenrechts dagegen stoßen in den USA stets auf die  breite Front von Verfechtern des Rechts auf Selbstverteidigung.