Die USA wollen weniger Geld für UN-Friedensmissionen zur Verfügung stellen. Statt 28 Prozent werde man in Zukunft nur noch 25 Prozent der Kosten der Blauhelm-Truppe übernehmen, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. "Ein einzelnes Land sollte nicht mehr als ein Viertel des Budgets schultern müssen." 

Haley forderte Reformen. Die Einsätze müssten realistischer werden, die gesetzten Ziele erreichbar. Außerdem sollten Ausstiegsszenarien entwickelt werden, sagte sie. Trotz der Kürzung stellen die USA noch immer den größten Anteil des Budgets der Friedenstruppen.

Im Februar hatte UN-Generalsekretär António Guterres gefordert, dass Deutschland mehr Soldaten für die Blauhelm-Einsätze bereitstellt. "Die reichen Länder müssen mehr direkte Verantwortung für UN-Friedenseinsätze übernehmen. Wir müssen in der Lage sein, Frieden durchzusetzen", sagte er dem Stern. Außenminister Heiko Maas versicherte zumindest, der finanzielle und militärische Beitrag Deutschlands werde sich nicht verringern.

In weltweit 17 UN-Missionen sind derzeit etwa 1.100 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Zuletzt hatten die Vereinten Nationen die Blauhelm-Mission in der Zentralafrikanischen Republik aufgestockt. 900 zusätzliche Soldaten stoßen damit zu der bisher 13.000 Soldaten starken Friedensmission Minusca hinzu.

Auf Betreiben der USA hatten die UN bereits im Dezember ihr Betriebsbudget für die kommenden beiden Jahre um 285 Millionen Dollar (240 Millionen Euro) gekürzt. Mit ihrem Betriebsbudget finanzieren die Vereinten Nationen ihre weiteren Aktivitäten, nicht aber die Friedensmissionen.