Deutschland hat im vergangenen Jahr erneut mit Abstand den meisten Asylbewerbern in der EU Schutz gewährt. Wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte, wurden in der Union 538.000 Menschen als schutzberechtigt anerkannt. Fast ein Drittel davon kam aus Syrien. Weitere wichtige Herkunftsländer waren Afghanistan und der Irak.

Auf Deutschland entfielen gut 60 Prozent aller anerkannten Bewerber. In absoluten Zahlen waren das 325.370 Menschen. Mit großem Abstand folgen Frankreich mit 40.575, Italien mit 35.130, Österreich mit 33.925 und Schweden mit 31.235 anerkannten Asylbewerbern.

Deutschland war auch im Verhältnis zur Bevölkerung das Land mit den meisten Anerkennungen. Hier wurde pro einer Million Einwohner 3.945 Menschen Schutz gewährt. Besonders wenige Asylbewerber wurden in den osteuropäischen Staaten anerkannt: in der Slowakei waren es nur zehn Anerkennungen pro einer Million Einwohner, in Tschechien und Polen jeweils 15 Anerkennungen. Ungarn, das sich gleichfalls gegen eine EU-weite Umverteilung von Asylbewerbern wehrt, kam immerhin auf 130 Anerkennungen pro einer Million Einwohner.

Die Anerkennungsquote hing dabei vom aufnehmenden Land und der Staatsbürgerschaft der Asylbewerber ab. In erster Instanz reichte die Chance auf eine Anerkennung in der EU von rund 5 Prozent für albanische Staatsbürger bis zu 94 Prozent für Syrer und 92 Prozent für Bürger aus Eritrea.

Von den anerkannten Schutzsuchenden erhielten EU-weit rund 271.600 den Flüchtlingsstatus und 189.000 eingeschränkten subsidiären Schutz. 77.500 weitere bekamen eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen.

Zusätzlich nahmen die EU-Mitgliedstaaten im vergangenen Jahr fast 24.000 Menschen auf, die direkt aus Krisengebieten umgesiedelt wurden. Hier stand Großbritannien mit 6.210 Menschen an der Spitze, gefolgt von Schweden (3.410) und Deutschland (3.015). An der freiwilligen Umsiedlung beteiligten sich nur 18 der 28 EU-Staaten.