Im Streit um das Atomabkommen mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump nach einem Gespräch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron keine Kompromissbereitschaft gezeigt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sagte Trump, die Länder seien sich einig, dass sie nicht zulassen wollen, dass der Iran weiter Atomwaffen herstelle. Der Iran stehe hinter vielen Schwierigkeiten im Nahen Osten. "Man sieht die Fingerabdrücke des Irans hinter vielen Problemen in Nahost", sagte Trump.

Macron widersprach dem Eindruck einer gemeinsamen Position: Es sei kein Geheimnis, dass die Sichtweisen der Länder auseinandergingen. Sowohl Trump als auch Macron seien nicht dafür bekannt, ihre Meinungen plötzlich zu ändern. Die USA halten das Atomabkommen für einen "schlechten Deal", Macron hingegen betonte die Notwendigkeit, das bisherige Abkommen bis 2025 beizubehalten, "um die Kontrolle über die atomaren Tätigkeiten des Landes zu behalten". Für die Zeit danach solle ein neues Abkommen abgeschlossen werden, unter Einbeziehung der benachbarten Länder in der Region. Gespräche darüber müssten die politischen Kräfte in der Region sowie Russland und die Türkei einbinden. Ziel müsse es sein, nachhaltige Stabilität für den Nahen Osten zu gewährleisten. "Wir sind nicht naiv, was den Iran angeht", sagte Macron. Gleichzeitig bringe er dem iranischen Volk eine große Menge Respekt entgegen.

Zum weiteren Umgang mit dem Iran schlug Macron vor, auch das Raketenprogramm zu stoppen und mit den Staaten in der Region einen Rahmen zu schaffen, um die dominante Stellung des Irans einzudämmen. Für eine nachhaltige Lösung sei eine Zusammenarbeit wichtig.

Bis zum 12. Mai muss Trump entscheiden, ob die USA weiterhin Sanktionen gegen das Land aussetzen. Dies wird de facto auch als Entscheidung über den Verbleib der USA im internationalen Atomdeal mit dem Iran angesehen.  Trump hatte das Abkommen, auf das sich die UN-Vetomächte sowie Deutschland mit dem Iran geeinigt hatten, mehrfach kritisiert.

Trump diskussionsbereit

Trotzdem hatte Trump während seiner Gespräche mit Macron in Washington gesagt, er sei bereit, mit seinem Gast über einen möglichen Verbleib der USA in dem Abkommen zu sprechen."Wir haben diesen schrecklichen Deal gemacht, aber wir werden darüber diskutieren", sagte Trump vor laufenden Kameras im Oval Office. Er kritisierte vor allem, dass das Abkommen von 2015 keine Regelungen zur Begrenzung des iranischen Raketenprogramms enthalte und auch nicht auf die iranischen Einmischungen in regionale Konflikte wie im Jemen und in Syrien eingehe.

Kurz vor der Unterredung im Oval Office hatte Trump seinen französischen Gast am zweiten Tag seines Besuchs mit militärischen Ehren im Weißen Haus empfangen. Rund 500 Soldaten der US-Streitkräfte waren in den Parkanlagen des Präsidentensitzes in Washington versammelt, um Macron zu begrüßen. Eine Kapelle spielte die Nationalhymnen beider Länder und Salutschüsse wurden abgefeuert.

Trump dankte Macron in einer kurzen Ansprache für die französische Teilnahme an den jüngsten Luftangriffen auf mutmaßliche Chemiewaffenlagen in Syrien. Die USA, Frankreich und Großbritannien hätten zusammen eine "entscheidende Aktion" unternommen, um auf den Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Regierung zu antworten, sagte er.