Die baskische Untergrundorganisation Eta hat mit einem Schreiben für große Aufmerksamkeit in Spanien gesorgt. So wandte sie sich an die Öffentlichkeit und bat um Vergebung für ihre Anschläge der Vergangenheit. "Wir haben viel Schmerz und nicht wiedergutzumachenden Schaden verursacht", hieß es in der Erklärung, die an diesem Freitag von der baskischen Zeitung Gara veröffentlicht wurde. Darin bekundete die Organisation den Toten, Verletzten und den anderen Opfern ihrer Gewalttaten nun ihren "Respekt". Die Eta bereue diese Taten "zutiefst".

Die Separatistenorganisation Eta (Euskadi Ta Askatasuna – Baskenland und Freiheit) hatte sich vor 59 Jahren gegründet, ursprünglich als Widerstandsgruppe gegen die Franco-Diktatur. Später kämpfte sie jahrzehntelang für ein unabhängiges Baskenland und schreckte dabei auch vor Anschlägen in ganz Spanien nicht zurück. Mehr als 800 Menschen wurden getötet. Die USA und die EU stuften die Eta als Terrororganisation ein.

"Wir wissen, dass unsere Handlungen auch Bürgern und Bürgerinnen Schaden zugefügt haben, die keinerlei Verantwortung hatten. Diese Menschen und ihre Familien bitten wir um Verzeihung", schreibt die Eta in ihrer Erklärung. Die baskische Bevölkerung habe in den Jahren des bewaffneten Kampfes "übermäßig gelitten". Die Organisation erkenne ihre direkte Verantwortlichkeit dafür an. Der Eta sei klar, dass diese Worte das Geschehene nicht auslöschen und den Schmerz lindern könnten. "Wir sagen dies mit Respekt, ohne neuen Kummer verursachen zu wollen."

Die Regierung in Madrid wertete die Entschuldigung als Beweis für die "Stärke" des Rechtsstaats in Spanien, der die Separatisten "mit den Waffen der Demokratie besiegt" habe. Die Entschuldigung sei aber schon lange überfällig gewesen, erklärte die Regierung des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy.

2011 hatte die Eta das Ende ihres bewaffneten Kampfes verkündet. Im April 2017 gab die Organisation dann nach eigenen Angaben ihre Waffen vollständig ab. Derzeit bereitet sie ihre Selbstauflösung vor und will diese voraussichtlich am ersten Maiwochenende bekannt geben. "Die Erklärung, wonach die Eta nicht mehr existiert, wird sehr eindeutig sein", sagte der Vermittler Alberto Spectorovsky. Die Bekanntgabe soll demnach im französischen Teil des Baskenlandes erfolgen.