Trotz der Luftangriffe westlicher Staaten in Syrien werden die Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) den mutmaßlichen Giftgasangriff durch das Assad-Regime im Osten von Damaskus wie geplant untersuchen. Die Organisation teilte mit, sie habe sich eng mit Sicherheitsexperten der UN abgestimmt, um die Lage zu beurteilen und die Sicherheit ihres Teams zu gewährleisten. Die Chemiewaffenexperten sollen demnach wie vorgesehen im Laufe des Samstags in Duma eintreffen, um zu überprüfen, ob bei Angriffen auf die syrische Stadt vor einer Woche tatsächlich Chemiewaffen eingesetzt wurden.  

Weiter hieß es in der Erklärung, die OPCW werde keine Informationen über die laufende Untersuchung veröffentlichen, um die Sicherheit der Experten und die Integrität der Ermittlungen und ihrer Ergebnisse zu gewährleisten. Alle Seiten seien aufgefordert, die Vertraulichkeit zu wahren, die für eine gründliche und unbehinderte Untersuchung nötig sei.

Die Chemiker, Mediziner und Waffenexperten der OPCW hatten sich am Donnerstag auf den Weg nach Syrien gemacht. Sie sollen Boden- und Gewebeproben sammeln und analysieren. Außerdem haben sie ein Mandat, Augenzeugen, Opfer und medizinisches Personal zu befragen.

Syrien und Russland wollen Sicherheit garantieren

Ein erstes Team sei bereits in Syrien eingetroffen, sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Freitag vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates. Die Ermittler sollen ihren Bericht binnen 30 Tagen dem Exekutivrat der OPCW übergeben. Syrien und sein Verbündeter Russland haben angekündigt, für die Sicherheit der OPCW-Experten zu garantieren.  

Die syrischen Streitkräfte hatten die Stadt Duma, die in der kürzlich noch von Rebellen besetzten Region Ostghuta bei Damaskus liegt, am 5. April zurückerobert. Nach Berichten syrischer Staatsmedien rückten sie zwei Tage später in der Stadt ein. Dabei soll womöglich Giftgas zum Einsatz gekommen sein. 

Als Reaktion hatten die USA, Großbritannien und Frankreich in der vergangenen Nacht Ziele in Syrien attackiert. Die westlichen Staaten machen die syrische Regierung für die mutmaßliche Giftgasattacke verantwortlich. Die Regierung von Syriens Präsidenten Baschar al-Assad streitet die Vorwürfe ab.

Eine gemeinsame Ermittlungskommission der OPCW und der UN hatte Syriens Regierung in der Vergangenheit bereits mehrfach für Angriffe mit Giftgas verantwortlich gemacht. Russland verhinderte jedoch mit einem Veto eine Verlängerung des Mandats der Kommission.