Zum Abschluss seines dreitägigen Besuchs in den USA hat sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron pessimistisch zur Zukunft des Iran-Abkommens geäußert. Zwar wisse er nicht genau, was US-Präsident Donald Trump bezüglich des Abkommens entscheiden werde, er rechne aber mit einer Aufkündigung der Vereinbarung durch Trump, sagte Macron. 

Er gehe davon aus, dass Trump die aktuelle "Vereinbarung aus innenpolitischen Gründen eigenständig loswerden wird", sagte der französische Präsident. Er sei nicht "eingeweiht", höre aber zu, was Trump sage. "Es scheint, als würde er nicht wirklich alles tun, um das Abkommen zu retten", sagte Macron.

Zuvor hatte Macron zu beiden Kammern des US-Kongresses gesprochen. In seiner Rede betonte der französische Präsident bei den Themen Klimawandel und globale Erwärmung andere Positionen als sein amerikanischer Amtskollege Trump. So solle das Atomabkommen mit dem Iran nicht aufgegeben werden, wenn man nichts Substanzielleres habe, sagte Macron.

Trump bezeichnete das Atomabkommen mit dem Iran mehrfach als "schlechten Deal". Er wolle dieses aufkündigen, sollte die Besorgnis über das iranische Raketenprogramm und die Rolle des Landes in regionalen Konflikten nicht stärker thematisiert werden. Trump muss bis zum 12. Mai entscheiden, ob er die im Rahmen der Atom-Vereinbarung ausgesetzten Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft setzt.

Auch Merkel wird für den Verbleib im Abkommen werben

Die Europäische Union versucht Trump davon zu überzeugen, die Vereinbarung beizubehalten. Dennoch zeigte Macron Entgegenkommen für Trump – so plädierten beide Staatschefs dafür, mit dem Iran ein "neues Abkommen" auszuhandeln. Der US-Präsident hatte sich zu den Vorschlägen aufgeschlossen gezeigt und gesagt, man müsse in der Politik auch flexibel sein können. Am Freitag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Washington reisen. Auch sie wird für den Verbleib im Atomabkommen werben.