Im Fall des Giftanschlags auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter hat die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) die russische Darstellung zurückgewiesen, wonach auch ein anderes Gift als Nowitschok verwendet wurde. "Es gab keine andere Chemikalie, die von den Labors identifiziert wurde", sagte OPCW-Chef Ahmet Üzümcü.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte erklärt, dass ein Schweizer Labor in den Proben auch das im Westen produzierte Nervengift BZ entdeckt habe. Der OPCW-Chef sagte dazu, dass sich BZ in einer Kontrollprobe befunden habe. Solche Proben würde die OPCW ihrem Standard-Verfahren entsprechend in die Labors schicken, um die Qualität der Untersuchungsmethoden zu prüfen.

Die Skripals waren am 4. März im südenglischen Salisbury bewusstlos gefunden worden. Julija Skripal hat das Krankenhaus mittlerweile verlassen, ihrem Vater soll es besser gehen. Großbritannien macht Russland für den Anschlag verantwortlich, die OPCW bestätigte am 12. April die britischen Ergebnisse zu dem Fall. Die Organisation teilte in einer schriftlichen Mitteilung mit, bei einer Untersuchung von Blutproben von Skripal und seiner Tochter seien die "Untersuchungsergebnisse Großbritanniens in Bezug auf die Identität der toxischen Chemikalie bestätigt" worden.

Die russische Regierung hat die Vorwürfe immer wieder zurückgewiesen. Auf den Vorfall folgte eine internationale diplomatische Krise. Zahlreiche westliche Länder wiesen russische Diplomaten aus, Russland reagierte mit der Ausweisung derselben Anzahl westlicher Diplomaten.