Die Fünf-Sterne-Bewegung in Italien hat die Verhandlungen für eine Regierung für gescheitert erklärt. Die Protestpartei wolle Staatspräsident Sergio Mattarella bitten, Neuwahlen im Juni einzuleiten, teilte Parteichef Luigi Di Maio auf Facebook mit. "Für mich gibt es keine andere Lösung: Wir müssen so schnell wie möglich neu wählen", sagte Di Maio. "Ich habe nie gedacht, dass es einfach wird. Aber ich hätte mir nicht vorstellen können, dass es unmöglich ist." Di Maio forderte den Chef der rechtsextremen Lega, Matteo Salvini, auf, ihn bei seiner Forderung zu unterstützen.

In der vergangenen Woche hatte es nach einer Annäherung zwischen den Sozialdemokraten und den Fünf Sternen ausgesehen, nachdem Gespräche mit dem Mitte-Rechts-Bündnis um Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi ergebnislos geblieben waren. Di Maio machte den zurückgetretenen Chef der bisherigen Regierungspartei, der sozialdemokratischen PD, Matteo Renzi, dafür verantwortlich, dass es keine Einigung mit der PD geben könne.

Der einstige Regierungschef Renzi hatte sich gegen ein Zusammengehen der PD mit den Fünf Sternen ausgesprochen. Dagegen hatte Interims-Parteichef Maurizio Martina für Donnerstag ein Treffen des Führungskreises anberaumt. Was daraus wird, war zunächst unklar.

Bei der Wahl Anfang März waren das Mitte-Rechts-Bündnis aus Lega und der Forza Italia des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zwar stärkste Kraft geworden, erreichte aber nicht die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament. Die Fünf-Sterne-Bewegung wurde stärkste Einzelpartei, kann aber ebenfalls nicht ohne Partner regieren. Sowohl Salvini als auch Di Maio beanspruchen die Führung in einer neuen Regierung. Bislang sind aber alle Bemühungen gescheitert, Koalitionsgespräche zu starten.