Ein Angriff des von Saudi-Arabien geführten Bündnisses hat den politischen Anführer der Huthi-Rebellen in Jemen getötet. Der Chef des Präsidialrates, Saleh al-Sammad, sei am vergangenen Donnerstag durch einen Luftangriff in der Küstenprovinz Hodeida "zum Märtyrer geworden", hieß es in einer Erklärung der Rebellen, die die Nachrichtenagentur Saba verbreitete.

Sammad war einer der Wortführer der Huthi-Rebellen in der Öffentlichkeit. Der oberste Führer und Namensgeber der Rebellen, Abdel Malek al-Huthi, tritt nur selten selbst auf, inszeniert sich stattdessen als spiritueller Führer. Zu Sammads Tod sagte Al-Huthi: "Dieses Verbrechen wird nicht ohne Antwort bleiben."

Die Rebellen hätten bereits einen Nachfolger von Al-Sammad gewählt, berichtete das Nachrichtenportal Al Jazeera unter Berufung auf einen von Huthi-Rebellen betriebenen TV-Sender. Demnach soll Mahdi al-Mashat den Präsidialrat führen. Das Gremium regiert in Jemens Hauptstadt Sanaa und in anderen von Rebellen kontrollierten Gebieten.

Der getötete Sammad hatte das laufende Jahr kürzlich zum "Jahr der Raketen" erklärt. Damit spielte er auf die Raketenangriffe seiner Gruppierung gegen Saudi-Arabien an. Seit November schossen die Huthis mehrere Raketen auf das Nachbarland ab, die dort aber jeweils abgefangen wurden.

Seit 2015 unterstützen Saudi-Arabien und andere Golfstaaten die jemenitische Regierung im Kampf gegen die schiitischen Huthi-Rebellen mit Luftangriffen. Aus dem langjährigen Bürgerkrieg entwickelte sich ein Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, der als Schutzmacht der Schiiten auftritt. Derzeit beherrschen die Huthi-Rebellen weite Teile im Norden und Westen des Landes.

Saudi-Arabien erhält die meisten deutschen Waffen

Durch den Konflikt starben bislang fast 10.000 Menschen. Nach Angaben des UN-Nothilfebüros Ocha sind rund 22 der etwa 27 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Jemens auf Hilfe angewiesen, vor allem auf Lebensmittel und medizinische Versorgung. Es gebe zudem noch mehr als eine Million Cholera-Fälle.

Saudi-Arabien kämpft in Jemen auch mit deutschen Waffen. Im ersten Quartal 2018 erteilte das Bundeswirtschaftsministerium laut einem ARD-Bericht Rüstungsgenehmigungen im Wert von 161,8 Millionen Euro. Demnach wurden an kein anderes Land so viele Waffen verkauft. Union und SPD hatten sich eigentlich zu einer restriktiveren Rüstungspolitik verpflichtet. "Wir werden ab sofort keine Ausfuhren an Länder genehmigen, solange diese unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind", heißt es im Koalitionsvertrag.