Das Oberste Gericht in Spanien hat auch einen zweiten Antrag auf Freilassung des katalanischen Separatistenführers Jordi Sànchez abgelehnt. Der zuständige Richter urteilte, es bestehe nach wie vor die Gefahr, dass Sànchez die Vergehen wiederhole, wegen derer er angeklagt wurde: Ihm wird Rebellion gegen den spanischen Staat vorgeworfen. 

Bei einer Freilassung hätten die separatistischen Parteien im katalanischen Regionalparlament Sànchez zu ihrem neuen Regierungschef wählen können. Damit hätte er die Nachfolge von Carles Puigdemont angetreten, der sich derzeit in Deutschland aufhält. Puigdemont war nach einer illegalen Erklärung der Unabhängigkeit Kataloniens von der spanischen Regierung abgesetzt worden und außer Landes geflohen. Sànchez und andere Wortführer der Unabhängigkeitsbewegung wurden inhaftiert.

Als Sànchez Anfang März erstmals zum Präsidentschaftskandidaten ernannt wurde, hatte ein Richter bereits einen ersten Antrag auf vorübergehende Entlassung aus der Haft zurückgewiesen. Seitdem habe sich nichts Grundlegendes verändert, begründete Richter Pablo Llarena seine jetzige Entscheidung. Lediglich der UN-Menschenrechtsausschuss habe Spanien zur Wahrung der Rechte katalanischer Separatisten aufgerufen.