Der CIA-Direktor und designierte US-Außenminister Mike Pompeo hat in Nordkorea den dortigen Staatschef Kim Jong Un getroffen. Dies berichten mehrere US-Medien sowie die beiden Nachrichtenagenturen Reuters und AP unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, die mit diesen Reiseplänen vertraut sind. Demnach diente Pompeos Gespräch mit Kim der Vorbereitung eines möglichen Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem nordkoreanischen Amtskollegen.

Treffen "Anfang Juni oder davor"

Inzwischen spricht auch das Weiße Haus von Gesprächen auf "auf höchster Ebene" und nutzte damit die gleichen Worte wie zuvor US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte bei einem Treffen mit Japans Regierungschef Shinzo Abe in Florida von Gesprächen auf "höchster Ebene" und auf "extrem hoher Ebene" zwischen den USA und Nordkorea gesprochen. Es gebe "eine große Chance, ein Weltproblem zu lösen", sagte Trump und bekräftigte, er wolle Kim "Anfang Juni oder davor" treffen, "falls die Dinge gut laufen". Es sei aber auch möglich, "dass die Dinge nicht gut laufen und wir die Treffen nicht haben werden und einfach diesen harten Weg weitergehen, den wir eingeschlagen haben", schränkte er ein.

Trumps japanischer Gast Abe lobte "Donalds Mut", sich für ein Gipfeltreffen entschieden zu haben. Der US-Präsident zollte sich auch selbst Respekt: "Ohne uns, und ohne mich im Besonderen, müsste man wohl sagen, dass sie gar nichts diskutieren würden", sagte er und bezog sich damit auf das bevorstehende Gipfeltreffen zwischen Südkoreas Präsident Moon Jae In und Nordkoreas Machthaber Kim. "Sie haben meinen Segen, das Ende des Krieges zu besprechen", sagte Trump. Er glaube "wirklich, dass es in Nordkorea viel guten Willen gibt".

Trump hält produktive Gespräche für möglich

Genau diesen "guten Willen" sollte Pompeo bei seiner Visite in Pjöngjang ausloten. Dies berichten zumindest die Washington Post und die New York Times. Demnach reiste der CIA-Chef über das Osterwochenende in die nordkoreanische Hauptstadt, um dort auch direkt mit Kim den geplanten Gipfel mit Trump vorzubereiten. Diese Gespräche hätten Trump in dessen Auffassung bestärkt, dass produktive Verhandlungen mit Nordkorea möglich sind, schreibt die Washington Post.

Besuche amerikanischer Regierungsvertreter in Pjöngjang sind angesichts der Spannungen zwischen beiden Ländern über Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm extrem selten. Zuletzt war die damalige Außenministerin Madeleine Albright 2000 in Pjöngjang mit Kim Jong Il, dem Vater des jetzigen nordkoreanischen Führers, zusammengetroffen. 2014 dann reiste der Nationale Geheimdienstdirektor (DNI), James Clapper, nach Pjöngjang, um mit nordkoreanischen Geheimdienstbeamten über die Freilassung von Amerikanern zu verhandeln.

Im Gespräch mit Abe sicherte Trump zu, in Nordkorea entführte Japaner zum Thema zu machen – für Abe eine der "japanischen Topprioritäten" bei einer möglichen Zusammenkunft. Nordkorea hat sich zur Entführung von insgesamt 13 Japanern bekannt, Tokio geht von 17 aus. Die USA dürften vermutlich auf die Auslieferung von drei in Nordkorea festgehaltenen US-Amerikanern drängen.