Nach der Bestätigung des neuen kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel durch das Parlament haben die USA die Machtübergabe in Kuba kritisiert. Das US-Außenministerium zeigte sich "enttäuscht", dass die kubanische Regierung sich entschieden habe, "unabhängige Stimmen zum Schweigen zu bringen und ihr repressives Monopol auf die Macht beizubehalten".

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, kritisierte, dass es der kubanischen Bevölkerung nicht erlaubt worden sei, "eine aussagekräftige Entscheidung durch freie, faire und konkurrenzfähige Wahlen" zu treffen. "Kubas neuer Präsident sollte konkrete Schritte unternehmen, um das Leben der kubanischen Bevölkerung zu verbessern, die Menschenrechte einzuhalten, die Unterdrückung zu beenden und größere politische und wirtschaftliche Freiheiten zu ermöglichen", sagte Nauert. Die USA und Kuba hatten erst 2015 wieder diplomatische Beziehungen aufgenommen. 

Die kubanische Opposition rechnet aktuell nicht mit politischen Veränderungen. "Hier gibt es keinen Wandel. Es wird so weitergehen wie bisher. Es ändern sich nur die Namen", sagte die Chefin der Oppositionsgruppe Damas de Blanco ("Damen in Weiß"), Berta Soler. "Raúl Castro wird weiter die Befehle geben, denn in Kuba hat nur die Kommunistische Partei etwas zu sagen." Rosa María Payá von der oppositionellen Bewegung Cuba Decide ("Kuba entscheidet") schrieb auf Twitter, das Volk sei von dieser Machtübergabe ausgeschlossen.

Am vergangenen Donnerstag hatte die kubanische Nationalversammlung den bisherigen Vizepräsidenten Diáz-Canel am Donnerstag zum neuen Präsidenten gewählt. Die Regierung hatte Diáz-Canel als einzigen Kandidaten nominiert. Er übernimmt das Amt von Raúl Castro, dem Bruder des Revolutionsführers Fidel Castro.

In seiner ersten Ansprache als Präsident präsentierte er sich als Hüter des revolutionären Erbes. Seine Aufgabe sehe er darin, "die kubanische Revolution in einem entscheidenden Augenblick fortzusetzen", sagte er und schwor "Loyalität gegenüber dem Vermächtnis des Commandante Fidel Castro, aber auch gegenüber dem Vorbild, den Werten und den Lehren von General Raúl Castro".

Glückwünsche für Díaz-Canel kommen hingegen aus Russland und China. Kubanischen Staatsmedien zufolge bedankte sich der russische Präsident Wladimir Putin beim bisherigen Staatschef Raúl Castro für die jahrelange Kooperation ihrer zwei Länder und Chinas Präsident Xi Jinping habe die Freundschaft zwischen der Volksrepublik und dem Karibikstaat bekräftigt und Interesse an tieferen Beziehungen bekundet.