Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat nach seinem Treffen mit Südkoreas Staatschef Moon Jae In angekündigt, die Atomtestanlage seines Landes im Mai schließen zu lassen. Das teilte die südkoreanische Regierung mit. Experten und Journalisten aus den USA und Südkorea sollten dabei Zeugen werden, sagte Regierungssprecher Yoon Young Chan. Das habe Kim bereits beim innerkoreanischen Treffen mitgeteilt.

Nordkorea habe zudem angekündigt, seine Zeitzone so umstellen, dass sie mit jener Südkoreas übereinstimme, sagte Yoon. Der Norden hatte 2015 eine eigene "Pjöngjang-Zeit" geschaffen, indem die Führung die Uhr um eine halbe Stunde zurücksetzen ließ.

US-Präsident Donald Trump kündigte an, dass er Kim bereits "in drei oder vier Wochen" und nicht erst, wie zuletzt geplant, Anfang Juni treffen werde. Er gehe davon aus, dass es "ein sehr wichtiges Treffen" werde: "Wir werden der Welt einen großen Gefallen tun", sagte Trump. In Vorbereitung auf das Treffen habe er "ein langes und sehr gutes Gespräch" mit seinem südkoreanischen Kollegen Moon Jae In geführt

Das Weiße Haus teilte mit, die beiden Staatschefs seien übereingekommen, dass die Zukunft Nordkoreas von einer "vollständigen, nachweisbaren und unumkehrbaren Entnuklearisierung" abhänge. Zudem habe Trump Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bezüglich des geplanten Treffens mit Kim auf den Laufenden gehalten.

Pompeo: Kim will Plan zur Denuklearisierung vorlegen

US-Außenminister Mike Pompeo sagte dem Sender ABC, Kim sei bereit einen Plan vorzulegen, der zur vollständigen atomaren Abrüstung des Landes führe. Bei seinem Besuch in Pjöngjang am Osterwochenende habe er ein "gutes Gespräch" mit dem nordkoreanischen Staatschef geführt. Beide hätten umfassend über die wichtigsten Streitthemen gesprochen.

Am Donnerstag hatten sich die Staatschefs von Nord- und Südkorea bei einem historischen Gipfeltreffen zum Ziel einer dauerhaften und stabilen Friedensregelung und einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel bekannt. "Wenn wir uns oft treffen, Vertrauen aufbauen, den Krieg beenden, und wenn uns versprochen wird, dass es keine Invasion gibt, warum sollten wir mit Atomwaffen leben?", zitierte ein südkoreanischer Sprecher den nordkoreanischen Machthaber Kim. Der seit mehr als sechs Jahrzehnten geltende Kriegszustand soll laut einer gemeinsamen Erklärung noch dieses Jahr beendet werden. Nach dem Treffen berichteten auch die nordkoreanischen Staatsmedien, das Land strebe eine Zukunft ohne Atomwaffen an.

Die Vereinbarungen wurden international begrüßt, wenngleich auch konkrete Schritte zur Umsetzung der Abrüstungsziele gefordert wurden. Nordkorea-Experten wiesen darauf hin, dass die Führung in Pjöngjang bereits in der Vergangenheit immer wieder Zusagen gebrochen habe und der schwierige Teil der Verhandlungen erst noch bevorstehe.

Der russische Vizeaußenminister Igor Morgulow sagte am Samstag, seine Regierung wolle sich weiter in den Friedensprozess auf der koreanischen Halbinsel einbringen. Sie könne unter anderem mögliche gemeinsame Wirtschafts- und Infrastrukturprojekte mit Nord- und Südkorea fördern. Morgulow dämpfte indes die Erwartungen für das Treffen zwischen Trump und Kim. Weitere Friedensschritte zwischen den USA sowie Südkorea auf der einen Seite und Nordkorea auf der anderen bräuchten Zeit und Geduld. 

Nordkorea ist wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms international isoliert. Das Regime hatte im vergangenen Jahr eine Reihe von Raketentests sowie einen sechsten Atomwaffentest vorgenommen.