Die Untersuchungen des US-Sonderermittlers Robert Mueller zur Russland-Affäre haben erstmals zu einer Haftstrafe geführt. Ein Gericht in Washington verurteilte den niederländischen Anwalt Alex van der Zwaan wegen Falschaussagen zu 30 Tagen Haft und einer Geldstrafe von 20.000 Dollar (16.300 Euro). Er soll Bundesermittler zu Präsident Donald Trumps früherem Wahlkampfchef Paul Manafort belogen haben. Die Haftstrafe solle andere davor abschrecken, in dieser international wichtigen Ermittlung zu lügen, sagte Bezirksrichterin Amy Berman Jackson. 

Der 33-Jährige hatte sich im Februar schuldig bekannt und kooperiert mit den Ermittlern. Laut seinem Eingeständnis hatte er unter anderem über seine Kontakte zu dem Lobbyisten Rick Gates sowie zu einem mutmaßlichen früheren russischen Geheimdienstagenten gelogen.

Gates arbeitete 2016 zeitweise in der Leitung von Trumps Wahlkampfteam unter dem damaligen Wahlkampfchef Manafort. Beide stehen ebenfalls aufgrund der Mueller-Ermittlungen unter Anklage. Gates bekannte sich im Februar in zwei Anklagepunkten schuldig und arbeitet wie van der Zwaan mit den Ermittlern zusammen. Manafort weist hingegen eine Schuld von sich.

Dabei geht es vor allem um Lobbyarbeit für den früheren prorussischen Regierungschef der Ukraine, Viktor Janukowitsch, vor dessen Sturz im Jahr 2014. Van der Zwaan arbeitete in London für die internationale Anwaltskanzlei Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom. Auf Vermittlung von Gates und Manafort war er an PR-Arbeiten für die Janukowitsch-Regierung beteiligt. Auch die Anklagen von Manafort und Gates stehen im Zusammenhang mit der früheren Lobbyarbeit für Janukowitsch.  

Van der Zwaan hat ebenfalls zugegeben, über seine Kontakte zu einem mutmaßlichen früheren russischen Geheimdienstagenten die Unwahrheit gesagt zu haben. Bei "Person A" soll es sich laut US-Medien um Konstantin Kilimnik handeln, der 2016 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew stationiert war. Kilimnik selbst sagte Berichten zufolge, er habe auch noch während Manaforts und Gates' Tätigkeit für Trumps Wahlkampfteam zu beiden in Kontakt gestanden.

Der Sonderermittler Mueller untersucht die Frage, ob sich Russland in die Präsidentschaftswahlen in den USA 2016 eingemischt hat und dabei mit Trumps Wahlkampfteam zusammengearbeitet hat.