Die Weltbank bekommt für die Finanzierung von Entwicklungsprojekten deutlich mehr Geld in die Hand. Die 189 Mitgliedstaaten stimmten bei ihrer Frühjahrstagung in Washington für eine Kapitalaufstockung um 13 Milliarden US-Dollar (10,5 Milliarden Euro), wie die Weltbank mitteilte. Ausschlaggebend war dabei die Zustimmung der USA, die sich als größter Beitragszahler zuvor noch einer Etaterhöhung widersetzt hatten.

Zugleich wurden die Regeln für die Kreditvergabe geändert. Das Geld soll stärker als zuvor in den ärmsten Gebieten der Welt eingesetzt werden. Zudem wurden die Finanzierungskosten von Ländern mit höherem Wohlstandsniveau angehoben, darunter auch für China. Weltbank-Präsident Jim Yong Kim sprach von einer "historischen Vereinbarung". Die Mitglieder hätten damit ihr "erneuertes Vertrauen in die globale Kooperation" zum Ausdruck gebracht.

US-Finanzminister Steven Mnuchin sagte, sein Land stimme der Kapitalerhöhung wegen der damit verbundenen Reformen zu. Bei der vorherigen Tagung im Oktober hatte Mnuchin die Zustimmung noch mit dem Argument verweigert, dass die Kreditvergabe ineffizient geregelt sei. Den USA ging es offenbar vor allem darum, dass China künftig weniger oder gar nicht von Finanzhilfen der Institutionen profitiert, weil die Volksrepublik nicht zu dem "ärmsten" Staaten zählt.

Kim zufolge wurden auch Kostenkontrollen und Gehaltsbeschränkungen bei der Weltbank beschlossen. Die letzte Kapitalerhöhung gab es 2010.