Die Regierungen von Nord- und Südkorea haben Maßnahmen eingeleitet, um das diplomatische Verhältnis zwischen ihren Staaten weiter zu entspannen. Während Nordkorea seine Zeit an die südkoreanische anpassen will, kündigte Südkorea an, seine Propagandalautsprecher an der nördlichen Landesgrenze abzubauen.

Die Schritte folgen auf ein Gipfeltreffen vom vergangenen Freitag zwischen Nordkoreas Regierungschef Kim Jong Un und dem südkoreanischen Präsident Moon Jae In. Dort hatten beide Politiker vereinbart, den seit fast sieben Jahrzehnten andauernden Kriegszustand zu beenden und die geteilte Halbinsel schrittweise von Atomwaffen zu befreien. Kim hatte bei dem Treffen auch gesagt, dass er es als schmerzhaft empfinde, zwei Uhren mit den unterschiedlichen Zeiten für die Hauptstädte Seoul und Pjöngjang an der Wand zu sehen.

Das Parlament in Pjöngjang beschloss nun, Nordkoreas Zeit ab dem kommenden Samstag um 30 Minuten nach vorne zu schieben. Damit läge das Land erstmals seit 2015 wieder in der gleichen Zeitzone wie Südkorea. In dem Jahr hatte Nordkorea eine eigene Zeitzone eingeführt. Anlass war damals der 70. Jahrestag der Befreiung Koreas von der japanischen Besetzung am Ende des Zweiten Weltkrieges. Südkorea liegt in derselben Zeitzone wie Japan.    

Auch Südkorea signalisierte, die Beziehungen zum nördlichen Nachbarn verbessern zu wollen. So teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit, am Dienstag vor laufender Kamera seine Propagandalautsprecher abzubauen. Das sei der einfachste Schritt, um das Vertrauen zu festigen, hieß es. Allerdings erwarte man, dass Nordkorea auf seiner Seite das Gleiche tue, sagte eine Sprecherin. Bereits vor dem Gipfeltreffen vom vergangenen Freitag waren die Lautsprecher ausgestellt worden, mit denen sich die beiden Länder gegenseitig mit Propaganda beschallt hatten.

Die internationale Staatengemeinschaft begrüßte die jüngsten Entwicklungen auf der koreanischen Halbinsel, so auch Donald Trump. Der US-Präsident plant, sich in den nächsten Wochen mit Kim Jong Un zu treffen. Via Twitter schlug Trump vor, das Treffen in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea stattfinden zu lassen. 

Die USA verlangen von Nordkorea, seine Atomwaffen unumkehrbar abzuschaffen. Die Testanlagen sollen unter öffentlicher Kontrolle unbrauchbar gemacht werden. Kim Jong Un hatte bereits angekündigt, die Atomtestanlage seines Landes im Mai schließen zu lassen.