Syrische Regierungstruppen haben staatlichen Medien zufolge die Kontrolle über die Region Ostkalamun in der Nähe der Hauptstadt Damaskus übernommen. Am Morgen hätten die letzten 38 Busse mit Aufständischen und ihren Familien den Osten Kalamuns verlassen, berichtete das staatliche Fernsehen. Die Regierung hatte mit den etwa 3.700 Rebellen deren Abzug am Freitag vereinbart. Sie sollten nach Idlib und Dscharablus im Norden des Landes gebracht werden. Diese Städte sind weiter unter der Kontrolle der Aufständischen.

Die Vereinbarung betrifft die rund 60 Kilometer nordöstlich von Damaskus gelegenen Ortschaften Al-Ruhajba, Dschajrud und Al-Nasirija. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte traf ein letzter Konvoi aus 60 Bussen aus Ostkalamun mit mehreren hundert Rebellenkämpfern und ihren Angehörigen in einem Gebiet der nordsyrischen Provinz Aleppo ein, das von protürkischen Rebellen kontrolliert wird.

In den vergangenen Wochen waren mehrere Rebellengruppen unter dem Druck der Regierungstruppen gezwungen, eine Reihe von Städten im Nordosten von Damaskus zu räumen. Die Regierung hatte Mitte Februar eine massive Offensive auf die Rebellen-Enklave Ostghuta gestartet, bei der hunderte Zivilisten getötet wurden. Nach der vollständigen Einnahme von Ostghuta nimmt die Regierung nun weitere Gebiete südlich von Damaskus, die von Rebellen kontrolliert werden, ins Visier.

Der Abzug ist ein weiterer Sieg der Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Damit gibt es nur noch eine Enklave in der Umgebung der Hauptstadt, in der die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und weitere Aufständische sich verschanzt haben. Allerdings sind nach sieben Jahren Bürgerkrieg große Teile des Landes nahe der Staatsgrenzen weiter unter der Kontrolle der Aufständischen.