US-Präsident Donald Trump hat eine rasche Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgasangriff auf Zivilisten in Syrien angekündigt. Er werde darüber "innerhalb der nächsten 24 bis 48 Stunden" entscheiden, sagte Trump. US-Verteidigungsminister James Mattis sagte, dass man über den Vorfall mit Verbündeten in Europa, dem Nahen Osten und anderswo spreche. Auf die Frage nach einer möglichen militärischen Reaktion der USA antwortete er: "Ich schließe im Moment nichts aus."

Der mutmaßliche Giftgasangriff ereignete sich am Samstag in der Rebellenstadt Duma nahe Damaskus, nachdem eine Waffenruhe gescheitert war. Syrische Aktivisten, Rettungskräfte und Sanitäter berichteten, dass mindestens 40 Menschen getötet worden seien.

Auch aus Großbritannien hieß es, dass mit den Verbündeten an einer gemeinsamen Reaktion gearbeitet werde. Ein Sprecher von Premierministerin Theresa May sagte am Montag, die Regierung werde sich "eine Reihe von Möglichkeiten" ansehen, sollte es klare Belege für den Einsatz von Chemiewaffen geben. Das Außenministerium in London teilte zu der anstehenden Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats mit, "die ganze Breite an Möglichkeiten" für eine internationale Reaktion solle beraten werden.

Macron und Trump bestätigen Einsatz von Chemiewaffen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigte sich überzeugt davon, dass in Duma Chemiewaffen eingesetzt wurden. Macron tauschte laut Regierungsangaben in einem Telefonat mit Trump Informationen und Analysen aus, die die Verwendung chemischer Waffen bestätigen sollen. Wer für den Einsatz verantwortlich sei, müsse noch geklärt werden, hieß es in der Mitteilung der französischen Regierung.

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) teilte mit, alle verfügbaren Informationen über den Angriff zusammenzutragen. Der Leiter der Gruppe, Ahmet Üzümcü, zeigte sich besorgt.

Die syrische Regierung wies die Vorwürfe zurück. Man habe kein Giftgas eingesetzt. Unterstützung bekam sie von Russland. Es sei "falsch und gefährlich", Rückschlüsse ohne bestätigte Informationen zu ziehen, sagte der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow. Er verwies auf frühere Angaben russischer Regierungsvertreter, denen zufolge syrische Rebellen mit dem Einsatz chemischer Waffen provozieren wollten.

Angriff auf syrische Militärbasis

Russlands Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete es als gefährliche Entwicklung, dass in der Nacht eine syrische Militärbasis bei Homs beschossen worden sei. Russische und syrische Staatsmedien machten Israel für diesen Angriff verantwortlich. Israel äußerte sich dazu nicht. Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden mindestens 14 Menschen getötet.

UN-Ermittler haben mehr als 30 Chemiewaffen-Angriffe in Syrien dokumentiert, 27 haben sie der Regierung von Präsident Baschar al-Assad zugeschrieben. Diese hat wiederholt mitgeteilt, keine solchen Waffen einzusetzen. Noch am Montag sollte sich der Sicherheitsrat der UN auf Antrag Russlands und in einer zweiten Sitzung auf Drängen der USA mit Syrien befassen.