Zwei israelische Minister haben am Sonntag ein weiteres Vorgehen ihres Landes gegen eine dauerhafte iranische Militärpräsenz in Syrien angekündigt. Der Minister für innere Sicherheit, Gilad Erdan, sagte im Armeeradio, wenn sich der Iran in Syrien militärisch festsetze, bedeute dies eine "Bedrohung für Israels Sicherheit". Bildungsminister Naftali Bennett erklärte, Israel gestehe sich "vollständige Handlungsfreiheit" zu. "Wir werden dem Iran nicht erlauben, sich in Syrien festzusetzen", fügte er hinzu.

Nach einem mutmaßlichen Einsatz von Giftgas durch die Truppen des Regierungschefs Baschar al-Assad gegen die Zivilbevölkerung der syrischen Stadt Duma hatten die USA, Großbritannien und Frankreich am Freitag mehrere syrische Ziele bombardiert. Die Absicht des Militärschlages war, die militärische Infrastruktur des Machthabers zu schwächen, die von Russland, besonders aber auch von der Islamischen Republik Iran gestützt wird. Im Syrien-Krieg kämpfen iranische Eliteeinheiten seit mehreren Jahren an der Seite der Regierung von Baschar al-Assad. Auch die mit dem Iran verbündete schiitische Hisbollah-Miliz unterstützt das syrische Regime. Der israelische Regierungschef begrüßte am Sonntag die Angriffe der Westmächte in Syrien. "Israel unterstützt vollkommen die Entscheidung von US-Präsident (Donald) Trump, gegen den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien vorzugehen", sagte er während einer Kabinettssitzung in Jerusalem.

Israel befindet sich seit 1948 offiziell im Krieg mit Syrien. Nach eigenen Angaben hat es seit Beginn des Syrien-Krieges 2011 mehr als 100 Luftangriffe auf syrischem Gebiet durchgeführt. Ende März bestätigte die israelische Regierung, einen mutmaßlichen Kernreaktor in Syrien zerstört zu haben. Während der jüngsten Eskalation des Konflikts beschuldigte Russland Israel, einen Militärflugplatz in Homs angegriffen zu haben. Dieser hatte nach iranischen Angaben mindestens 14 Tote gefordert, darunter sieben iranische Soldaten. Israel bestreitet eine Beteiligung an diesen Luftschlägen.

Hamas-Tunnel an der Grenze zu Gaza zerstört

Unterdessen bestätigte das israelische Militär die Zerstörung eines weiteren Angriffstunnel der im Gazastreifen herrschenden Hamas. Der Tunnel habe vom nördlichen Rand des Palästinensergebiets Dutzende Meter auf israelisches Gebiet gereicht, sagte Armeesprecher Jonathan Conricus am Sonntag. "Es war ein komplizierter und hochmoderner Tunnel, der mit anderen Tunneln im Gazastreifen verbunden war", sagte Conricus. Es sei der fünfte dieser Art, dessen Zerstörung Israel in den vergangenen Monaten gelungen sei.

Bei der Zerstörung eines ähnlichen Tunnels waren im Oktober vergangenen Jahres zwölf militante Palästinenser getötet worden. Israel betonte danach, deren Tod sei unbeabsichtigt gewesen. Im Syrien-Konflikt steht die palästinensisch-sunnitische Terrororganisation Hamas offiziell an der Seite der regierungsfeindlichen Rebellen. Bisher kam es nicht dazu, dass Hamas und Hisbollah sich gegen den gemeinsamen Gegner Israel verbündeten. Dennoch wirft die israelische Regierung dem Iran vor, Hamas mit Waffen auszustatten.