Die wochenlangen Kämpfe um die syrische Rebellenenklave Ostghuta sind beendet. Nach Angaben des russischen Militärs haben die verbündeten Truppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad die Kontrolle über die Stadt Duma und damit über das gesamte Gebiet nahe der Hauptstadt Damaskus übernommen.

Rebellen geben Waffen ab

Die Agentur Interfax zitiert den russischen Generalmajor Juri Jewtuschenko, wonach die syrische Nationalflagge über dem Rathaus von Duma weht. Er sprach demnach von einem "symbolischen Ereignis" für das Bürgerkriegsland. Das russische Fernsehen zeigte Bilder von jubelnden Menschen zwischen zerstörten Gebäuden.

Laut des Verteidigungsministeriums in Moskau sorge die russische Militärpolizei vor Ort "für Sicherheit und Ordnung". Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, haben die letzten in Duma verbliebenen Rebellen ihre schweren Waffen an die Russen abgegeben. Der Anführer der Gruppe Dschaisch al-Islam, Issam Buwaidani, habe die Enklave in Richtung Norden verlassen.

UN beklagen "aktuelle Sackgasse"

Nach dem Verlust Ostghutas halten Syriens Rebellen nur noch wenige Gebiete im Norden und Süden des Landes. Für die Regierung ist die Rückeroberung der Region strategisch wichtig, da oppositionelle Milizen von hier aus die Hauptstadt bedrohten. So feuerten sie immer wieder Artillerie auf Damaskus, wobei auch Zivilsten starben. In den vergangenen Wochen hatten die syrische Armee und ihre Verbündeten – neben der russischen Armee sind dies Truppen aus dem Iran sowie Milizen der Hisbollah – die Enklave bombardiert und sollen dabei auch Giftgas eingesetzt haben. Ersthelfer der Opposition, die sogenannten Weißhelme, warfen den Regierungstruppen vor, am Samstagabend Dutzende Menschen mit Giftgas getötet zu haben. Die USA drohten deswegen mit Militärschlägen. Die Regierung bestreitet einen Giftgaseinsatz und spricht dagegen von einer "Inszenierung" der Rebellen und einer "Verschwörung ausländischer Kräfte" gegen Assad.

Derweil zeigte sich UN-Chef António Guterres besorgt über die Lage in Syrien sowie über die Blockade des Weltsicherheitsrats. Er warnte die Mitglieder des höchsten UN-Gremiums davor, die Lage in Syrien außer Kontrolle geraten zu lassen. Zudem äußerte Guterres Bedauern darüber, dass der UN-Sicherheitsrat keine Einigkeit beim Umgang mit dem Einsatz von Chemiewaffen erzielt hat. Er habe deshalb die UN-Botschafter der fünf ständigen Ratsmitglieder mit Vetorecht – USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich – direkt kontaktiert, um ihnen "meine tiefe Sorge über die Risiken der aktuellen Sackgasse" klarzumachen, berichtete Guterres.