Russland und Syrien machen das israelische Militär für den Luftangriff auf die syrische Militärbasis in Homs verantwortlich. Zwei israelische Kampfjets vom Typ F-15 hätten in der Nacht zum Montag aus dem libanesischen Luftraum heraus acht Raketen auf den Flugplatz T-4 abgefeuert, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die israelischen Kampfjets seien nicht in den syrischen Luftraum eingedrungen.

Auch die syrische Armee sieht Israel in der Verantwortung für die Attacke auf den Militärflughafen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana sprach unter Berufung auf einen Militärvertreter von einem "israelischen Angriff". Zuvor hatte Sana noch berichtet, bei dem Vorfall handele es sich wohl um "amerikanische Aggression". Diese Angaben wies das US-Verteidigungsministerium zurück. "Das Verteidigungsministerium führt derzeit keine Luftangriffe in Syrien aus", sagte Sprecher Christopher Sherwood.

Bereits in der Vergangenheit hatte Israel mehrfach die syrische Armee angegriffen, auch um so gegen Assads Verbündeten und Israels Gegner Iran vorzugehen. Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv sagte, man wolle sich zu dem Vorfall nicht äußern. 

UN-Sicherheitsrat berät zu dem Fall

Während des Angriffs auf den Stützpunkt der syrischen Luftwaffe in der zentral gelegenen Provinz Homs sind nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 14 Menschen getötet worden. Den Aktivisten zufolge sind unter den Toten auch iranische Kämpfer. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden. Sicherheitsexperten zufolge wird der Stützpunkt regelmäßig von russischen Streitkräften genutzt, um Angriffe auf Rebellengebiete zu fliegen. Auch iranische Einheiten sowie Kämpfer der schiitischen Hisbollah-Miliz sollen dort stationiert sein.

Die Nachricht über den Angriff folgte auf Berichte, nach denen es am Samstag in der Stadt Duma bei Damaskus zu einem Giftgasangriff auf Zivilisten gekommen sein soll. Aktivisten der Opposition und Rettungskräfte sprachen von mindestens 150 Toten und mehr als 1.000 Verletzten. Duma war von Rebellen kontrolliert, inzwischen ziehen sie ab.

Am Montag will sich der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung mit Syrien befassen. Die USA hatten mit Frankreich und Großbritannien einen entsprechenden Antrag eingereicht. Auf Antrag Russlands soll es am selben Tag noch ein separates zweites Treffen geben.

Die Situation in Syrien

IHS Conflict Monitor, New York Times. Stand: 22. März 2018. Grafik: Matthias Holz/ZEIT ONLINE