Die USA halten vorerst an ihrem Militäreinsatz in Syrien fest. Man bleibe dem sich rasch nähernden Ziel verpflichtet, die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu eliminieren, teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, mit.

Nach Beratungen des US-Präsidenten Donald Trumps mit seinem Sicherheitsteam schrieb sie aber auch, dass die Militärmission gegen den IS in Syrien "sich rasch dem Ende nähert". Die Dschihadistenorganisation sei in dem Land "fast völlig vernichtet". Angaben zu einem Zeitplan für den US-Truppenabzug machte sie nicht. Die USA würden weiter mit ihren Verbündeten über die künftigen Syrien-Pläne beraten.

"Wir ziehen uns nicht sofort zurück, aber der Präsident will auch kein langfristiges Engagement billigen", sagte ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter nach der Sitzung des Sicherheitsrats der Nachrichtenagentur Reuters.

Am Wochenende noch hatte Präsident Donald Trump Spekulationen über einen kompletten Abzug der rund 2.000 US-Soldaten aus Syrien ausgelöst. "Wir werden sehr bald aus Syrien abziehen", sagte er am Samstag in einer Rede vor Industriearbeitern im Bundesstaat Ohio. Die US-Soldaten sollten "zurück in unser Land kommen, wo sie auch hingehören". Um Syrien sollten sich nun "andere Leute" kümmern, sagte Trump weiter.

Geld für Wiederaufbau eingefroren

Seine Ankündigung hatte Trump offenbar nicht abgestimmt: Auf die Frage, ob sie über die Pläne im Bilde sei, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Heather Nauert, dem Sender CNN: "Bin ich nicht, nein. Nein." Allerdings wurde am Wochenende auch bekannt,  dass das Weiße Haus das Außenministerium angewiesen hat, mehr als 200 Millionen US-Dollar für den Wiederaufbau Syriens einzufrieren.

Trump hatte seine Vorstellungen eines schnellen Abzugs erst am Dienstag noch einmal bekräftigt. "Manchmal ist es Zeit, nach Hause zu kommen", sagte er im Weißen Haus.  Es gebe Länder, die wollten, dass die USA in Syrien blieben. Ein Beispiel sei Saudi-Arabien. "Aber dann müssen sie dafür bezahlen", betonte der Präsident.

Unter den in Syrien stationierten US-Soldaten sind Spezialeinheiten, die kurdische Kämpfer und andere Verbündete im Kampf gegen den IS beraten. Daneben bombardiert die US-Luftwaffe mutmaßliche Ziele der Islamisten. Trumps Berater drängten den US-Präsidenten offenbar, zumindest eine kleine Einheit der Bodenstreitkräfte in dem Land zu belassen. So soll sichergestellt werden, dass die Extremistenmiliz IS nicht wieder erstarkt und der Iran seine Präsenz nicht ausbauen kann.

Syrien-Gipfel in Ankara

Am Mittwoch trafen sich die Präsidenten der Türkei, des Iran und Russlands in Ankara zu einem Syrien-Gipfel und sprachen sich für eine "dauerhafte Waffenruhe" in dem Bürgerkriegsland aus. Recep Tayyip Erdoğan, Hassan Ruhani und Wladimir Putin bekräftigten zudem ihre Entschlossenheit, sich für den Schutz der Zivilbevölkerung in den eingerichteten Deeskalationszonen einzusetzen. Konkrete Schritte dazu verkündeten sie aber nicht.

Ihr gemeinsames Ziel sei außerdem die "endgültige Eliminierung" terroristischer Gruppen in Syrien, hieß es. Außerdem gelte es, die Einheit Syriens zu wahren. Das könnte eine Ablehnung selbstverwalteter Gebiete von Minderheiten wie den Kurden im Norden durch die drei Machthaber bedeuten.

Die Türkei führt in Nordsyrien einen Feldzug gegen den Einfluss der kurdischen YPG-Miliz, die sie als Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation betrachtet. Erdoğan erklärte, die türkischen Streitkräfte würden ihre Offensive gegen die kurdischen Kämpfer fortsetzen. "Ich sage hier noch einmal, dass wir nicht stoppen werden, bis wir alle von der (YPG) kontrollierten Gebiete sicher gemacht haben, beginnend mit Manbidsch", sagte Erdoğan.