Yukiya Amano, der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), setzt im Konflikt zwischen den USA und Nordkorea auf die diplomatische Annäherung zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. "Wir hoffen, dass diese Entwicklungen zu einem konkreten Resultat führen werden", sagte Yukiya Amano im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung.

Falls die geplanten Gespräche erfolgreich verliefen und seine Behörde dann ein entsprechendes Mandat bekomme, stünden die Inspektoren zur Überprüfung der nordkoreanischen Atomanlagen bereit. Diese könnten innerhalb von Wochen ihre Arbeit aufnehmen. Falls eine Übereinkunft zur Abrüstung zustande komme, sei die Demontage der entsprechenden Anlagen nicht schwierig: "Das hängt vom politischen Willen ab, technisch ist das möglich. Damit die Inspektoren erfolgreich ihrer Arbeit nachgehen könnten, sei "eine stabile, eindeutige Vereinbarung" erforderlich.

Bislang gebe es aber im Atomkonflikt mit Nordkorea noch keinen Anlass zur Entwarnung. "Ich bin nicht entspannt, die Situation bleibt wie sie war", sagte Amano mit Blick auf die Nukleartests, die Nordkorea im vergangenen Jahr vorgenommen hatte. Die Fakten hätten sich dem IAEA-Chef zufolge nicht verändert, aber der "Impuls für einen Dialog" sei nun vorhanden.

Nachdem sich der Atomkonflikt zwischen den USA und Nordkorea im vergangenen Jahr zugespitzt hatte, kam seit den Olympischen Winterspielen in Südkorea im Februar diplomatische Bewegung in den Konflikt.

Die US-Regierung bestätigte, dass der CIA-Chef und designierte US-Außenminister Mike Pompeo von Machthaber Kim Jong Un empfangen worden war. Der Geheimbesuch zu Ostern war der höchstrangige Kontakt zwischen den USA und Nordkorea seit fast zwei Jahrzehnten. Angepeilt wird auch ein Gipfeltreffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump.