Die radikalislamischen Taliban haben in mehreren Provinzen Afghanistans mindestens 40 Menschen getötet und viele weitere verletzt. Die Angriffe sind Teil der sogenannten Frühjahrsoffensive – diese markiert in der Regel den Beginn der jährlichen Kämpfe, die im Winter ausgesetzt werden. 

Bei der Offensive starben in der südafghanischen Großstadt Kandahar mindestens 20 Menschen. Im Zentrum der Stadt waren Sprengsätze in zwei Containern explodiert, teilte der Sprecher des Gouverneurs, Daud Ahmadi, mit. 37 Menschen seien verletzt worden. Es war nicht unmittelbar klar, was das Ziel des Anschlags war.

In der Ostprovinz Gasni – derzeit eine der am heftigsten umkämpften Provinzen des Landes – seien in Angriffen auf drei Bezirkszentren mindestens zwölf Sicherheitskräfte getötet worden, sagte ein Gouverneurssprecher. Die Kämpfe dauerten an. Provinzbeamte wiesen Berichte zurück, wonach die Taliban zwei Bezirke eingenommen hätten.

Mehr als 100.000 Flüchtlinge seit Kriegsbeginn

Wie die UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) meldete, waren allein in Gasni in der vergangenen Woche 10.000 Menschen vor Gefechten aus ihren Dörfern geflohen. Landesweit haben die UN seit Januar rund 108.000 Kriegsvertriebene registriert.

Die Nachrichtenagentur Pajhwok meldete weitere acht Tote bei Kämpfen in zwei Provinzen im Osten und Westen in der Nacht und am Morgen.

Die Taliban sind seit Ende des offiziellen Nato-Kampfeinsatzes Ende 2014 wieder stärker geworden und kontrollieren nach Militärangaben heute wieder mehr als 14 Prozent des Landes. Weitere 30 Prozent sind demnach umkämpft. Nach einem umfassenden Friedensangebot von Präsident Aschraf Ghani im Februar hatten sie ihre Angriffe intensiviert.