Der Iran hält die "politische Unterstützung" der Europäischen Union zur Rettung des Atomabkommens für nicht ausreichend. Das machte Außenminister Mohamed Dschawad Sarif bei einem Treffen mit dem EU-Kommissar für Energie, Miguel Arias Cañete, deutlich, wie der staatliche Auslandsfernsehsender Press TV berichtete. Die EU müsse mehr praxistaugliche Schritte unternehmen, "um ihre Investitionen im Iran zu erhöhen". Das Bekenntnis der EU zum Atomabkommen stehe nicht im Einklang mit der Ankündigung großer europäischer Unternehmen, sich möglicherweise von der Zusammenarbeit mit dem Iran zurückziehen zu wollen.

Mit dem Ausscheiden der USA aus dem Abkommen seien die Erwartungen der Öffentlichkeit an die EU gestiegen, die Errungenschaften des Abkommens zu retten, sagte Sarif. Nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen von 2015 will die Regierung in Teheran binnen weniger Wochen von der EU Garantien für den Erhalt der wirtschaftlichen Vorteile, die das Land für den Verzicht auf die Fortführung seines militärischen Atomprogrammes versprochen bekommen hatte.

Zum Auftakt des G20-Treffens in Buenos Aires warb Bundesaußenminister Heiko Maas für den Erhalt des Atomabkommens. "Es aufzugeben bedeutet, sich in eine völlig ungewisse Zukunft zu begeben, was die Frage der Nuklearwaffen im Iran angeht", sagte der SPD-Politiker nach seiner Ankunft in der argentinischen Hauptstadt. "Dabei geht es gar nicht so sehr um den Iran, sondern es geht um unsere eigenen originären Sicherheitsinteressen, die deutschen, aber auch die europäischen."

US-Außenminister Mike Pompeo nimmt nicht an dem Treffen der führenden Wirtschaftsmächte der Welt teil. Er hält stattdessen am Montag in Washington eine Grundsatzrede zur Iran-Strategie der USA. Maas hatte Anfang der Woche mit Pompeo telefoniert und wird ihn am Mittwoch in Washington treffen. Über die Inhalte der Rede wurde er nach eigenen Angaben aber nicht vorab informiert.