Der britische Außenminister Boris Johnson will bei der US-Regierung für einen Verbleib im Iran-Abkommen werben. In einem Gastbeitrag für die New York Times schrieb er kurz vor seiner Reise nach Washington, der Vertrag von 2015 halte im Vergleich zu allen anderen Optionen die wenigsten Nachteile bereit. "Er hat Schwächen, sicherlich, aber ich bin überzeugt, dass sie ausgebessert werden können." Daran arbeite Großbritannien derzeit mit der US-Regierung sowie den französischen und deutschen Verbündeten.

Man dürfe nicht vergessen, wie das Abkommen geholfen habe, eine drohende Katastrophe abzuwenden, betonte Johnson. Vor 2015 habe die Islamische Republik genügend Zentrifugen zur Urananreicherung gehabt und hätte nur noch wenige Monate gebraucht, um ausreichend Uran für ihre erste Atombombe herzustellen.

Boris Johnson will in der kommenden Woche mit US-Regierungsmitarbeitern zusammenkommen, um über den Iran-Deal zu verhandeln. Zuletzt hatten Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel US-Präsident Donald Trump einen Besuch abgestattet und dabei ebenfalls für das Abkommen geworben. Trump muss bis Samstag (12. Mai) darüber entscheiden, ob die USA erneut Sanktionen gegen den Iran aufnehmen, was einer Kündigung des Abkommens gleichkäme. Vor einem solchen Schritt warnt der Iran.