Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat ein Klimaschutzprogramm der Nasa gestrichen. Einen Bericht des Wissenschaftmagazins Science bestätigte die US-Raumfahrtbehörde. Mit dem Programm Carbon Monitoring System (CMS) überwachte die Nasa klimaschädliche Emissionen von Kohlenstoffdioxid und Methan und überprüfte den Gehalt der Gase in der Atmosphäre. Zudem wurden hochauflösende Modelle der Kohlendioxidströme erstellt. Die Kosten für das Programm beliefen sich jährlich auf zehn Millionen US-Dollar, mehr als acht Millionen Euro.

Als Begründung für die Streichung habe das Weiße Haus der Nasa lediglich mitgeteilt, dass "dringendere Prioritäten innerhalb des Wissenschaftsbudgets" bestünden. Dem Science-Bericht zufolge hatte die Raumfahrtbehörde von der Streichung erfahren, als bei der Vorstellung des Haushalts im Kongress das CMS-Programm einfach nicht mehr erwähnt worden sei. Nach Angaben des Nasa-Sprechers Steve Cole habe Präsident Trump im vergangenen Jahr die Budgetkürzung vorgeschlagen. 

Kelly Sims Gallagher, die Leiterin des Zentrums für Internationale Umwelt- und Ressourcenpolitik an der Tufts-Universität bei Boston, bezeichnete die Beendigung von CMS als "schweren Fehler". Denn: Wenn die Reduzierung der Emissionen nicht gemessen werden könne, sei eine wirksame Kontrolle der im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Vorgaben nicht möglich. Die Nasa arbeite allerdings bereits an einem neuen Programm zur Kontrolle von Treibhauseffekten.

2017 hatte Trump angekündigt, aus dem 2015 geschlossenen internationalen Klimaschutzabkommen aussteigen zu wollen. Der Vertrag benachteilige nach Ansicht der Regierung die Vereinigten Staaten und koste Jobs. Ein formeller Ausstieg der USA aus dem Klimavertrag ist frühestens Ende 2020 möglich.