Nach dem Senat hat auch das Repräsentantenhaus der USA für die Rücknahme wesentlicher Teile eines Gesetzes zur Bankenregulierung gestimmt: Mit 258 zu 159 Stimmen wurde eine Lockerung des Dodd-Frank-Acts beschlossen.

Das Gesetz, das nach der Finanzkrise 2008 unter der Regierung von Donald Trumps Vorgänger Barack Obama initiiert worden war, sollte erneute Bankenpleiten zulasten der Steuerzahler verhindern. Die Regulierung verbietet Banken Finanzspekulation auf eigene Rechnung. So sollen Kundeneinlagen besser geschützt werden. Infolge der Finanzkrise waren mehr als 700 Milliarden Dollar in die Bankenrettung geflossen.  

US-Präsident Trump hatte die geltenden Regeln ein "Desaster" genannt und kurz nach seinem Amtsantritt 2017 versprochen, das Gesetz zu lockern. Der Senat stimmte bereits im März für eine Änderung.

Die nun von beiden Kongresskammern verabschiedete Reform soll vor allem kleinere Banken und kommunale Kreditgeber entlasten: Die Änderungen sehen vor, Banken erst ab einem verwalteten Vermögen von 250 Milliarden Dollar zu Sonderauflagen wie jährlichen Stresstests zu verpflichten. Bisher liegt diese Schwelle bei 50 Milliarden Dollar. Außerdem werden der Handel, die Kreditvergabe und die Kapitalregeln für Banken mit einem Aktivvermögen von unter zehn Milliarden Dollar erleichtert.

Vertreter von Banken zeigten sich erfreut über den Beschluss des Repräsentantenhauses. Kritiker der Reform warnen, dass die aufgeweichten Vorschriften zu höheren Risiken für Verbraucher führen könnten. Die Gesetzesreform muss Präsident Trump noch zur finalen Verabschiedung vorgelegt werden.