Wegen des mutmaßlichen Einsatzes von Chemiewaffen in Syrien hat die französische Regierung Sanktionen gegen neun Unternehmen und drei Privatpersonen verhängt. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire und der Außenminister Jean-Yves Le Drian gaben in Paris bekannt, dass das Vermögen von neun Firmen aus Syrien, dem Libanon und China für die Dauer von sechs Monaten eingefroren werde. Auch zwei syrische Staatsbürger seien von der Strafmaßnahme betroffen. 

Die französische Regierung vermutet, dass die Betroffenen mit einem syrischen Wissenschafts- und Forschungszentrum zusammengearbeitet haben, das Chemiewaffen für die Regierung von Präsident Baschar al-Assad produziert haben soll. Das Forschungszentrum bezeichneten die Minister als "das wichtigste syrische Labor für die Entwicklung und Produktion nicht-konventioneller Chemiewaffen". Die sanktionierten Firmen sollen unter anderem für die Herstellung des Giftgases Sarin Material beigesteuert haben. 

Die Internationale Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hatte diese Woche bekannt gegeben, dass bei einem Angriff auf die von Rebellen kontrollierte nordsyrische Stadt Sarakib im Februar vermutlich Chlorgas eingesetzt worden war. Nach dem Angriff am 4. Februar hatten Rettungshelfer und Aktivsten der Regierung den Einsatz von Giftgas vorgeworfen.

In Paris treffen sich derzeit Vertreter aus rund 30 Ländern, um auf einer Konferenz über Maßnahmen zur Bestrafung von  Chemiewaffeneinsätzen zu beraten. Deutschland wird durch Staatsminister Niels Annen vertreten, der es "skandalös und inakzeptabel" nannte, dass in Syrien immer wieder Chemiewaffen eingesetzt würden. "Jeglicher Einsatz, egal durch wen und wo, muss endgültig unterbunden werden", sagte der SPD-Politiker und forderte unabhängige Mechanismen zur Ermittlung der Verantwortlichen beim Einsatz von Chemiewaffen.

Nach einem Giftgasangriff 2013, der international massive Kritik hervorgerufen hatte, hatte sich die syrische Regierung vertraglich zur Vernichtung seiner Chemiewaffen verpflichtet. Bis jetzt ist allerdings unklar, ob Syrien alle Bestände gemeldet hatte.