Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben Ziele im Gazastreifen angegriffen. Augenzeugen berichteten, dass mindestens drei Stellungen der radikalislamischen Hamas getroffen worden seien. Der Hamas zufolge flog die israelische Armee Luftangriffe.

Vom Gazastreifen aus waren dem israelischen Militär zufolge am Morgen mehr als 25 Mörsergeschosse auf Gemeinden im Süden Israels abgefeuert worden. Die meisten seien vom Flugabwehrsystem Iron Dome abgefangen worden, teilte das Militär mit. Mehrere Geschosse seien auf freien Flächen gelandet, niemand wurde verletzt. Israels Premier Benjamin Netanjahu hatte daraufhin eine harte militärische Reaktion angekündigt.  

Die Lage im Grenzgebiet zwischen dem Gazastreifen und Israel ist seit Wochen angespannt. Seit Ende März versammeln sich dort Palästinenser, um gegen die Blockade des Gazastreifens zu demonstrieren, die von Israel und Ägypten nach der Machtübernahme der Hamas 2007 verhängt wurde. Bei den Protesten und damit verbundenen Unruhen wurden seit Ende März mehr als 100 Palästinenser getötet und Tausende verletzt – mindestens 58 von ihnen starben allein am 14. Mai, als anlässlich der Einweihung der US-Botschaft in Jerusalem die Lage an der Grenze eskalierte.

Am Montag wurde ein Hamas-Kämpfer von einem israelischen Panzer an einem Grenzposten erschossen. Zwei weitere Männer wurden bei dem Versuch, nach Israel einzudringen, gefasst.

Seeblockade durchbrechen

Und die Proteste gehen weiter: Ein Fischerboot mit 17 Palästinensern an Bord ist aus dem Hafen von Gaza ausgelaufen, um die israelische Seeblockade des Küstengebiets zu durchbrechen. Israel hat seit mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt und begründet diese mit Sicherheitsinteressen. Auf dem Schiff, der Al-Hurija, fuhren nach Angaben der Organisatoren auch zwei Palästinenser mit, die bei den Konfrontationen mit israelischen Soldaten im Grenzgebiet vergangene Woche verletzt worden waren. Das Ziel des Schiffes wurde nicht genannt.

Die Aktion findet acht Jahre nach dem Angriff auf das Hauptschiff einer Hilfsflotte statt, die damals die Seeblockade überwinden und Hilfsgüter in den abgeriegelten Gazastreifen bringen sollte. Die israelische Armee stürmte am 31. Mai 2010 die Mavi Marmara, wobei zehn türkische Aktivisten getötet wurden.