Der UN-Sondergesandte für den Nahen Osten, Nikolaj Mladenow, hat vor einem neuen Gazakrieg gewarnt. Die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen der radikalislamischen Hamas und der israelischen Armee hätten den Gazastreifen "an den Rand eines Krieges" gebracht, sagte Mladenow per Videoschalte aus Jerusalem bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates. Dies sei "eine Warnung an alle". Niemand im Gazastreifen könne "sich einen weiteren Krieg leisten".

Islamistische Gruppen im Gazastreifen und die israelische Armee hatten sich am Dienstag und bis Mittwochmorgen die schwersten Auseinandersetzungen seit dem Gazakrieg im Jahr 2014 geliefert. Die Konfrontation begann mit dutzenden Raketen- und Granatangriffen aus dem Gazastreifen auf Israel, auf den die israelische Armee mit der Bombardierung Dutzender Ziele der Islamisten im Gazastreifen reagierte.

Mladenow forderte die internationale Gemeinschaft auf, die Angriffe der militanten Palästinenser auf Israel zu verurteilen. Gleichzeitig müssten diese Attacken jedoch im Kontext der wochenlangen Proteste im Gazastreifen gesehen werden, bei denen mindestens 100 Palästinenser starben.

Auf Antrag der USA kam der UN-Sicherheitsrat zu der Dringlichkeitssitzung zusammen. Die USA wollten eine Verurteilung des Raketenbeschusses durch die Hamas und die Gruppe Islamischer Dschihad erreichen. Kuwait blockierte die von den USA eingebrachte Erklärung jedoch und erklärte, einen eigenen Resolutionsentwurf zu der jüngsten Krise vorzulegen. Darin geht es um "die Erwägung von Maßnahmen" zum Schutz palästinensischer Zivilisten, wie aus dem Entwurf hervorgeht.

Die USA werden den Entwurf nach Angaben des israelischen UN-Botschafters Danny Danon ablehnen. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, sagte, die Menschen im Gazastreifen bräuchten "keinen Schutz von außen", sondern "Schutz von der Hamas", welche im Gazastreifen herrscht.