Der britische Außenminister Boris Johnson reist am Sonntag zu zweitägigen Gesprächen nach Washington. Dort will er nach Angaben seines Ministeriums mit Vertretern der US-Regierung über die Konflikte mit dem Iran, Nordkorea oder Syrien sprechen. Geplant seien unter anderem Treffen mit US-Vizepräsident Mike Pence und mit dem nationalen Sicherheitsberater John Bolton.

Johnson kommt wenige Tage, bevor US-Präsident Donald Trump entscheiden muss, ob die USA Sanktionen gegen den Iran weiterhin aussetzen oder wieder aufnehmen – Letzteres wäre gleichbedeutend mit einem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen. In einem solchen Fall will der Iran wieder Uran anreichern. Frankreich und Deutschland befürchten genau das.

Trump fordert Nachbesserungen an dem 2015 zwischen dem Iran sowie den USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland geschlossenen Vertrag. Der Iran lehnt Neuverhandlungen ab. In dem Abkommen hat sich die Führung in Teheran verpflichtet, auf die Entwicklung von Nuklearwaffen zu verzichten und die Überprüfung der Atomanlagen zu gestatten.

Johnson stellt sich hinter die USA

Vor seinem Besuch stellt sich Johnson beim Thema Iran hinter die US-Regierung. Das britische Außenministerium zitierte ihn mit den Worten, das Verhalten des Iran sei schädlich für den Nahen Osten – und dagegen gingen Großbritannien, die Europäische Union und die USA vor. Johnson kritisierte beispielsweise Irans Unterstützung der Hisbollah und seine Verwicklung in den Konflikt im Jemen.

Weiter bekräftigte er, Großbritannien und die USA handelten im Gleichschritt – das hätten auch die jüngsten gemeinsamen Aktionen in Syrien gezeigt. Die USA, Großbritannien und Frankreich werfen der syrischen Regierung den Einsatz von Chemiewaffen vor. Sie reagierten darauf mit Luftangriffen in Syrien.

Auch mit der britischen Premierministerin Theresa May beriet Trump über die Zukunft des Atomabkommens mit dem Iran: bereits am Samstag am Telefon. Dabei habe er seine Entschlossenheit betont, dass die Islamische Republik niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe, teilte das Präsidialamt in Washington mit. Thema sei auch das geplante Gipfeltreffen von Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zur Lösung des Streits über das Atomprogramm des asiatischen Landes gewesen.