Die US-Regierung von Präsident Donald Trump beendet den besonderen Schutzstatus für Flüchtlinge aus Honduras. Das Ministerium für Heimatschutz teilte den 57.000 Betroffenen mit, sie hätten eineinhalb Jahre Zeit, um einen anderen Aufenthaltsstatus zu erwerben – sei es durch Heirat oder die Unterstützung von Bürgen. Wer dies nicht erreicht und am 5. Januar 2020 noch immer in den USA ist, soll abgeschoben werden.

Der Schutzstatus unter dem Kürzel TPS wurde Honduranerinnen und Honduranern 1999 gewährt, nachdem Hurrikan Mitch für schwere Zerstörungen in dem mittelamerikanischen Land gesorgt hatte. Mehr als 7.000 Menschen wurden getötet, das ohnehin arme Honduras wurde nach Worten des damaligen Präsidenten Carlos Flores in seiner Entwicklung um 50 Jahre zurückgeworfen.

Auch heute leiden die Menschen dort unter erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Armut prägen das Leben vieler Honduraner. 60,9 Prozent der Menschen gelten als arm, 38,4 Prozent der Bevölkerung leben sogar in extremer Armut. Das Bildungssystem gilt als eines der schlechtesten in Mittelamerika. Berüchtigt sind auch die sogenannten Maras, mächtige Jugendbanden, die in Drogenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt sind und oftmals ganze Stadtteile beherrschen. Experten zählen das Land zu den gefährlichsten Staaten der Welt.

Das TPS-Programm gilt derzeit noch für 440.000 Flüchtlinge aus insgesamt zehn Ländern, die nach gewaltsamen Konflikten oder Naturkatastrophen in die USA geflüchtet waren. Allerdings hat Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen den Schutzstatus vieler inzwischen für beendet erklärt und die entsprechenden Ausnahmeregelungen nicht verlängert. Dies gilt auch für Honduras: Die Bedingungen für eine Rückkehr der Flüchtlinge seien "ausreichend gut", hieß es.

So wie die Honduraner haben bislang auch 200.000 Menschen aus El Salvador, 50.000 aus Haiti, 9.000 aus Nepal sowie eine weitere Gruppe Flüchtlinge aus Nicaragua und dem Sudan ihre besondere Aufenthaltsgenehmigung verloren. Viele von ihnen leben und arbeiten seit Jahrzehnten in den USA und haben nun jeweils zwischen 12 und 18 Monaten Zeit, die USA zu verlassen.

Unter Präsident Donald Trump verabschieden sich die Vereinigten Staaten mit einer Reihe von Maßnahmen von ihrer langen Tradition als Einwanderungsland. Anhänger des Präsidenten betonen, ein besonderer Schutzstatus für bestimmte Gruppen sei nie auf Dauer angelegt worden. Kritiker führen indes an, das Ende der Schutzprogramme treibe die Betroffenen in die Illegalität.

Honduras reagierte mit Bedauern auf die Entscheidung aus den Vereinigten Staaten. Das Außenministerium teilte mit, es werde Rückkehrer "mit offenen Armen" empfangen und ihnen würde bei der Integration zurück in die Gesellschaft geholfen.