Nur drei Tage nach der Verabschiedung einer neuen Verfassung durch das Parlament im Tschad hat die gesamte Regierung ihren Rücktritt erklärt. Eine entsprechende Erklärung von Präsident Idriss Déby wurde am Donnerstag im Fernsehen verlesen. Durch die Verfassungsänderung entsteht in dem Land ein reines Präsidialsystem ohne Ministerpräsident oder Vizepräsident. Bis Nachfolger nominiert sind, sollen Ministerpräsident Albert Pahimi Padacké und sein Kabinett weiter geschäftsführend amtieren, teilte Regierungssprecher Jean-Bernard Padaré am Donnerstagabend mit.

Die Opposition hatte gewarnt, die Verfassungsänderung drohe die Demokratie zu untergraben und die Abstimmung zu boykottiert. Der Antrag von 26 Oppositionsabgeordneten, die Pläne zu annullieren, wurde nach einer Anhörung vor dem Verfassungsgericht abgelehnt.

Die Verfassungsänderung sieht für den Präsidenten maximal zwei Amtszeiten von jeweils sechs Jahren vor. Bislang war ein Mandat auf fünf Jahre beschränkt, es gab aber keine Begrenzung bei der Anzahl der Amtszeiten. Die neue Verfassung solle schon von Freitag an gelten, hieß es im Präsidialamt.

Der seit 1991 amtierende Déby regiert das zentralafrikanische Land seit mehr als zwei Jahrzehnten mit harter Hand. Bei der Bekämpfung des islamistischen Terrorismus in Nigeria und der Sahelzone ist der Tschad ein wichtiger Verbündeter des Westens. Der Staat hat etwa 14 Millionen Einwohner und gehört einem UN-Index zufolge zu den drei ärmsten Ländern der Welt.