In Indonesien hat sich nach Behördenangaben eine Serie von Bombenanschlägen auf drei Kirchen ereignet. Dabei sind nach Polizeiangaben mindestens zehn Menschen getötet worden. Unter den Toten befindet sich demnach auch einer der Attentäter, der einen Selbstmordanschlag verübt haben soll. Mindestens 40 Personen wurden verletzt.

Die Behörden vermuten, dass die Bombenserie das Werk einer Gruppe mit Verbindungen zur Terrormiliz "Islamistischer Staat" (IS) ist. Ein Sprecher des indonesischen Geheimdienstes NIA machte die Gruppe Jemaat Ansharud Daulah (JAD) dafür verantwortlich. Ein Bekennerschreiben gab es zunächst aber nicht.

Die Anschläge ereigneten sich auf der Insel Java, in Indonesiens zweitgrößter Stadt Surabaya. Die Explosionen erfolgten am frühen Morgen nahezu gleichzeitig während der Sonntagsgottesdienste.

Zu der ersten Explosion kam es gegen 7.30 Uhr in einer katholischen Kirche namens Santa Maria. Im Fernsehen waren Bilder der stark beschädigten Kirche zu sehen. Zeugen berichteten von zahlreichen Opfern. Kurze Zeit später gab es weitere Explosionen in einer Kirche, die der Pfingstbewegung gehört, sowie in einem protestantischem Gotteshaus. "Die Opfer werden gerade identifiziert", sagte Polizeisprecher Frans Barung Mangera.

Die Hafenstadt Surabaya hat mehr als 2,6 Millionen Einwohner. Indonesien hat seit mehr als anderthalb Jahrzehnten immer wieder mit islamistischer Gewalt zu tun. Von den mehr als 260 Millionen Einwohnern sind mehr als 85 Prozent muslimischen Glaubens. Katholische und protestantische Christen machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung aus.