Bei einem neuen Selbstmordanschlag in der indonesischen Großstadt Surabaya sind mindestens vier Menschen getötet worden. Nach den Angriffen auf drei christliche Kirchen am Sonntag war dieses Mal die Polizeizentrale von Indonesiens zweitgrößter Stadt das Ziel. Bei den Toten soll es sich nach Angaben der Polizei um die Attentäter handeln. Zudem wurden mindestens zehn Menschen verletzt, darunter mehrere Polizisten.

Nach ersten Erkenntnissen fuhren die vier Täter mit zwei Motorrädern auf die Polizeizentrale zu. Die Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie eines der Motorräder an einer Sicherheitssperre aufgehalten wird. Kurz darauf gibt es eine Explosion. Vermutet wird, dass es sich bei den Tätern um Islamisten handelt.

IS mit Kontakt zu vielen Aktivisten

Indonesien ist mit seinen mehr als 260 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt. In den vergangenen Jahren hatte es dort mehrfach schon Anschläge von Islamisten gegeben. Verschiedene Gruppen haben Verbindungen zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Mehr als 85 Prozent der Bevölkerung sind muslimischen Glaubens. Die christliche Minderheit macht etwa zehn Prozent aus. 

Bei den Anschlägen vom Sonntag waren nach Polizeiangaben mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Die Bomben explodierten kurz vor Beginn der morgendlichen Gottesdienste fast zeitgleich in drei Kirchen der zweitgrößten Stadt des Landes. Die Polizei macht eine einzige Familie für die Anschläge verantwortlich. Dabei soll es sich um ein islamistisches Elternpaar mit vier, teils minderjährigen Kindern handeln.

Antiterrorgesetze sollen verschärft werden

Indonesiens Präsident Joko Widodo forderte das Parlament auf, bis Ende nächsten Monats den Weg für eine Verschärfung der Antiterrorgesetze freizumachen. Damit würde der Polizei die Möglichkeit gegeben, Anschläge besser zu verhindern, sagte der Staatschef. Widodo drohte damit, ansonsten eine Notstandsverordnung zu erlassen.

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Tat. Er sei angesichts der Berichte entsetzt, hieß es in einer Stellungnahme. Die Vereinten Nationen stünden im Kampf gegen Extremismus und Terrorismus an der Seite der indonesischen Regierung.