US-Präsident Donald Trump hat seine Entscheidung über mögliche hohe Handelszölle auf Stahl und Aluminium für Importe aus der EU auf den 1. Juni verschoben. Das Weiße Haus bestätigte am Abend entsprechende Medienberichte. In vier Wochen wolle Trump über die geplanten Maßnahmen entscheiden, heißt es.

Die bislang geltende Reglung werde verlängert, schrieb zuvor das Wall Street Journal unter Berufung auf einen hochrangigen US-Regierungsmitarbeiter. Die Schonzeit gelte auch für Kanada und Mexiko, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf einen Insider der US-Regierung beruft. Mit Argentinien, Australien und Brasilien gebe es bereits grundsätzliche Einigungen im Handelsstreit. Einzelheiten würden bis zum 1. Juni geklärt.

US-Präsident Donald Trump ordnete im März zusätzliche Zölle von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium an. Er begründete den Schritt mit der nationalen Sicherheit. Die EU und andere Staaten wurden davon zunächst ausgenommen. Die USA forderten aber Verhandlungen.

Bundesregierung besteht auf Ausnahmen

Die Bundesregierung besteht weiterhin auf eine dauerhafte Ausnahme. Man habe die jüngste Entscheidung von US-Präsident Trump "zur Kenntnis genommen", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz. Es sei aber besonders wichtig, dass die EU das Gespräch mit den USA gesucht habe und dies auch weiterhin tun werde. Die EU-Kommission werde nun mit den Mitgliedsstaaten über das weitere Vorgehen beraten.

In Europa wurde in den vergangenen Wochen der Vorstoß Trumps, die EU künftig mit hohen Zöllen belegen zu wollen, heftig kritisiert. Die Begründung hält man dort für vorgeschoben. Die Europäer sehen darin eine Maßnahme zum Schutz der US-Industrie. Ohne eine Verlängerung der Frist hätten die Zölle ab diesem Dienstag auch für die EU gegolten.

Vergangene Woche waren Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatschef Emmanuel Macron nach Washington gereist. In Gesprächen mit dem Präsidenten setzten sie sich dafür ein, dass die Europäer dauerhaft von den Zöllen in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium ausgenommen werden. Beide Staatschefs verließen die USA ohne konkrete Zusagen.

Für den Fall, dass die Strafzölle doch noch in Kraft treten, hat die EU bereits Gegenmaßnahmen angekündigt – darunter Zölle auf verschiedene US-Güter. Außerdem soll es eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation WTO geben.